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60. Was nicht sein kann, das nicht sein darf?

Normalerweise standen sie sich feindlich gegenüber: Die Anhänger des Herodes waren kaiserfreundlich. Die Pharisäer gehörten zur traditionellen jüdisch-religiösen Führungsschicht des Volkes, sie distanzierten sich von der römisch-heidnischen Staatsgewalt.

Gegen Jesus schmieden sie gemeinsam böse Intrigen.

Später schickten sie einige Pharisäer und dazu einige Anhänger des Herodes zu Jesus. Sie hofften, ihn mit seinen eigenen Worten in eine Falle locken zu können, und legten ihm folgende Frage vor: „Rabbi“, sagten sie, „wir wissen, dass du aufrichtig bist und nicht nach der Meinung der Leute fragst. Du zeigst uns wirklich, wie man nach Gottes Willen leben soll. Ist es nun richtig, dem Kaiser Steuern zu zahlen, oder nicht?“ Jesus durchschaute ihre Heuchelei sofort und sagte: „Warum wollt ihr mir eine Falle stellen? Zeigt mir einen Denar, ich will ihn sehen.“ Als sie es taten, fragte er: „Wessen Bild und Name ist darauf?“ – „Des Kaisers“, erwiderten sie. „Nun“, sagte Jesus, „dann gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört.“ Über diese Antwort waren sie sehr erstaunt.

Die Bibel, Markus-Evangelium Kapitel 12, Verse 12-17

Erinnern Sie sich an Etappe 59? Jesus erzählte öffentlich im Tempel eine Geschichte, um die religiösen Führer des Volkes zu warnen. Diese Leute verstanden, dass Jesus aufrichtig ist, dass er den Menschen zeigt, wie man nach Gottes Willen leben soll. Aber sie trafen eine andere Entscheidung: Ehre und Macht waren ihnen wichtiger als Gottes Anspruch. Und deshalb stört Jesus. Er ist so natürlich echt, so anziehend und heilig, dass sie mit ihrer Scheinheiligkeit daneben ganz schlecht wirken. Und er ist frei und furchtlos, er lässt sich nicht einschüchtern durch die Staatsgewalt! Das darf nicht sein. Jesus muss weg.

Aber sie finden keinen Anklagegrund, so sehr sie Jesus auch provozieren. Jesus durchschaut ihre Heuchelei und ihre bösen Motive. Trotzdem bleibt er gelassen. Er macht die Böswilligkeit der Religionsführer und Politiker mit klaren Worten offenbar. Dann beantwortet er ihre Fangfrage. Und sie sind erstaunt. Sie könnten ihre Einstellung ändern und umkehren zu Gott…

Bemerken wir die Güte und Geduld, mit der Jesus agiert? Er streitet nicht, er vermittelt klare Botschaften, er weist die Leute zurecht, indem er Sünde offen anspricht und er warnt sie erneut: „Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört.“ Markus 12,17

Jene Religionsführer und Politiker folgten jedoch ihrem vorgefassten Grundsatz: „Was nicht sein kann, das nicht sein darf.“ Beim Kampf gegen Jesus geraten sie immer stärker auf böse, niederträchtige Wege.

Ich weiß nicht, was Sie über Gott und Jesus denken. Weigern wir uns womöglich auch, die Realität Gottes wahrzunehmen und anzuerkennen, weil sie uns unangenehm ist?

· Heute haben beispielsweise viele Menschen die These unumstößlich festgelegt: ‚Es gibt keinen Gott.‘ – Wollen Sie das ungeprüft übernehmen?

· Andere stecken fest in gesetzlich-frommen Normen; die Beziehung zu Jesus erstarrt und stirbt.

Bei Gott ist hingegen lebenslange persönliche Veränderung gefragt mit dem Ziel, die unveränderliche Wahrheit immer mehr zu entdecken und Gott zu geben, was ihm gehört. Gottes Weg führt zu einem guten Ziel.

Tamara Schüppel

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