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76. Die Wahrheit zugeben?

Voller Enthusiasmus hatte er Jesus Treue bis in den Tod versprochen (vgl. Etappe 73). Bei der Gefangennahme folgte er heimlich bis in den Innenhof des Palastes:

Während sich Petrus noch unten im Hof aufhielt, kam eine von den Dienerinnen des Hohen Priesters vorbei. Als sie Petrus wahrnahm, der sich am Feuer wärmte, sah sie ihn genauer an und meinte: „Du warst doch auch mit dem Jesus aus Nazaret zusammen!“ Aber Petrus stritt es ab. „Ich weiß nicht, wovon du redest!“, sagte er. „Ich verstehe überhaupt nicht, was du willst!“, und ging in den Vorhof hinaus. Da krähte ein Hahn. Als die Dienerin ihn sah, fing sie wieder an und sagte zu denen, die herumstanden: „Das ist einer von ihnen!“ Doch Petrus stritt es wieder ab. Kurz darauf fingen auch die Umstehenden an: „Sicher gehörst du zu ihnen, du bist doch auch ein Galiläer!“ Da begann Petrus zu fluchen und schwor: „Ich kenne den Mann überhaupt nicht, von dem ihr redet!“ In diesem Augenblick krähte der Hahn zum zweiten Mal, und Petrus erinnerte sich an das, was Jesus zu ihm gesagt hatte: „Bevor der Hahn zweimal kräht, wirst Du mich dreimal verleugnen.“ Da stürzte er hinaus und fing an zu weinen.

Die Bibel, Markus-Evangelium Kapitel 14, Verse 66-72

Tränen der Enttäuschung und Verzweiflung. – Ist Ihnen das schon mal passiert? In Etappe 74 lernten wir: Jesus konfrontiert jeden von uns mit der Wahrheit über uns selbst. Jedoch hielt Petrus seine eigenen Lügen wenige Stunden zuvor nicht für möglich. Ich wollte meine „schwarzen Flecken“ schon oft nicht wahrhaben. Aber jeder von uns steht irgendwann vor einem Scherbenhaufen, den er selbst verursacht hat. Wie gehen wir damit um? Schnell die hässliche Situation verdrängen und mit Betriebsamkeit übertönen? Bitte bedenken Sie: Gott ist Wahrheit und mit dem Vertuschen der Wahrheit unterbinden wir äußerst wirksam eine Verbindung zu Gott!

Petrus lässt den Schmerz zu. Er weint.

Ich entscheide mich, ehrlich zu sein wie Petrus: Ich will die hässliche Wahrheit über mich akzeptieren. Bei Gott kommen die gut gehüteten schwarzen Flecken meines Lebens ans Licht. Ich werde nicht so tun, als gäbe es keine. Es tut weh, sich so ehrlich in Gottes Licht zu stellen. Die Wahrheit über mich ist beschämend.

Aber das schmerzhafte Zugeben der hässlichen Wahrheit ist nicht das Ende. Im Gegenteil! Jesus hat große Pläne mit Petrus, das sagte er ihm schon lange Zeit zuvor (vgl. Matthäus 16,18). Petrus ist ein Versager, aber Jesus möchte Petrus zu einem Gewinner machen. Sind Sie gespannt?

Ich kenne die weitere Geschichte von Petrus, Sie vielleicht auch. Hingegen überblicke ich meine eigene Zukunft noch nicht. Aber ich will Jesus vertrauen, weil ich ihn kenne. Ich weiß, dass es spannend ist, mit ihm unterwegs zu sein: Jesus entwickelt Persönlichkeiten. Es beginnt mit Ihrer und meiner schmerzhaften Ehrlichkeit vor Gott.

Das kann ich unmöglich für mich behalten. Bitte sagen auch Sie es weiter: Jesus sucht ehrliche Verlierer, damit er mit denen gemeinsam Neues gestalten kann. Sein Ziel sind Gewinner: Individuelle Persönlichkeiten nach Gottes Konzept!

Tamara Schüppel

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