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74. Eine unangenehme Wahrheit

„…Steht auf, lasst uns gehen! Der Verräter ist schon da.“ Kaum hatte er [Jesus] das gesagt, kam Judas, einer von den zwölf Jüngern, mit einer großen Schar von Bewaffneten. Sie trugen Schwerter und Knüppel und waren von den Hohen Priestern, den Gesetzeslehrern und Ältesten geschickt. Der Verräter hatte ein Zeichen mit ihnen verabredet: „Der, den ich zur Begrüßung küssen werde, der ist es. Den müsst ihr festnehmen und gut bewacht abführen.“ So ging Judas gleich auf Jesus zu. „Rabbi!“, rief er und küsste ihn. Da packten sie ihn und nahmen ihn fest. Doch einer von den Männern, die bei Jesus waren, zog ein Schwert. Er schlug auf den Sklaven des Hohen Priesters ein und hieb ihm ein Ohr ab. Jesus sagte zu den Männern: „Bin ich denn ein Verbrecher, dass ihr mit Schwertern und Knüppeln auszieht, um mich zu verhaften? Ich war doch täglich bei euch im Tempel und lehrte dort. Da habt ihr mich nicht festgenommen. Aber es muss sich natürlich erfüllen, was die Schrift über mich vorausgesagt hat.“ Da ließen ihn alle seine Jünger im Stich und flohen. Ein junger Mann allerdings folgte Jesus. Er hatte nur einen Leinenkittel über den bloßen Leib geworfen, und als man ihn packte, ließ er den Kittel fahren und rannte nackt davon.

Die Bibel, Markus-Evangelium Kapitel 14, Verse 42-52

Jesus ist Gott, ihm ist die haarsträubende Situation nicht entglitten. Er weiß genau, was auf ihn zukommt. Und er lässt das Böse freiwillig an sich geschehen. Aber er konfrontiert die Menschen mit der Wahrheit über sich selbst:

Judas entschied sich trotz der Warnung durch Jesus für Verrat. Die religiösen Führer kannten Gottes Richtlinien im Alten Testament sehr genau. Sie hätten Jesus täglich herausfordern, offen zur Rede stellen und des Unrechts bezichtigen können. Weil sie kein Unrecht fanden, entschieden sie sich für Machtmissbrauch und Gewalt. Jesus sah das Böse hinter der frommen Fassade und konfrontierte die bewaffneten Ausführenden mit dieser Widersprüchlichkeit. Die jedoch setzten die ungerechte Gefangennahme erbarmungslos durch.

Seine Schüler konfrontierte Jesus schon ein paar Stunden zuvor mit ihrer Selbstüberschätzung. Und tatsächlich: Am Ende hielt keiner zu ihm, als es ernst wurde. Alle brachen ihr eigenes Treueversprechen.

In Gottes Licht werden alle dunklen Flecken unseres Wesens sichtbar. Jesus konfrontiert jeden von uns mit der Wahrheit über sich selbst. Vor Gott spielt es keine Rolle, ob der Schuldenberg, den wir in unserem Leben angehäuft haben, groß oder in unseren Augen verhältnismäßig klein ist. Gottes Gerechtigkeit kann Schuld und Sünde nicht übersehen, aber seine Liebe will nicht zulassen, dass wir hoffnungslos daran kaputt gehen.

Ich habe beschlossen, diese unangenehme Wahrheit über mich zu akzeptieren. Ich werde das Böse nicht kleinreden. Ich will nicht das Gute bekämpfen, damit das Böse in meinem Leben verhältnismäßig gering erscheint: Das versuchten die religiösen Führer damals. Stattdessen werde ich Gottes Urteil und seine Vergebung annehmen!

Kommen Sie mit mir auf Erkundungstour: Jesus lässt Sie nicht mit Ihrer Schuld und Sünde im Stich! Gott setzt alles daran, Ihnen und mir zu helfen.

Tamara Schüppel

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