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70. Jesus ehren

Vor etwa 2000 Jahren gehörte in Israel das Einreiben oder Begießen des Kopfes und Körpers mit Olivenöl zur täglichen Körperpflege. Salbung als öffentliche Zeremonie kannte man zur Amtseinsetzung von Königen und Priestern. Hierbei benutzte man jedoch wertvolle Duftöle. Auch Verstorbene wurden vor ihrer Grablegung als Ausdruck der Wertschätzung ein letztes Mal gesalbt. Während eines Gastmahles passiert jedoch etwas Ungewöhnliches:

Jesus war in Bethanien bei Simon dem Aussätzigen zu Gast. Während des Essens kam eine Frau herein, die ein Alabastergefäß mit reinem, kostbarem Nardenöl in der Hand hatte. Sie brach den Hals des Fläschchens ab und goss Jesus das Öl über den Kopf. Einige am Tisch waren empört. „Was soll diese Verschwendung?“, sagten sie zueinander. „Man hätte dieses Öl für mehr als 300 Denare verkaufen und das Geld den Armen geben können.“ Und sie machten der Frau heftige Vorwürfe. Aber Jesus sagte: „Lasst sie in Ruhe! Warum bringt ihr sie in Verlegenheit? Sie hat ein gutes Werk an mir getan. Es wird immer Arme bei euch geben, und sooft ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun. Aber mich habt ihr nicht mehr lange bei euch. Sie hat getan, was sie konnte, und meinen Körper im Voraus zum Begräbnis gesalbt. Und ich versichere euch: Überall in der Welt, wo man die Freudenbotschaft bekannt machen wird, wird man auch von dem reden, was diese Frau getan hat.“

Die Bibel, Markus-Evangelium Kapitel 14, Verse 3-9

Die Frau gibt den Jahresverdienst eines Arbeiters für Duftöl aus. Sie verwendet nicht einige Tropfen, nein, sie gießt Jesus die ganze Flasche über den Kopf. Damit zeigt sie öffentlich ihre ganz besondere Wertschätzung für ihn. Am Geruch wird jedermann klar, dass es sich um sehr wertvolles, teures Duftöl handelt.

Empörte Kritik folgt. Die Frau wird mit Vorwürfen überschüttet. Aber Jesus verteidigt und würdigt sie. Ihr Tun zeigt ihre Gesinnung: Für Jesus. Ein ganzes Vermögen, verbraucht in einem Augenblick. Für Jesus gibt sie das Beste, was sie hat.

Jesus nimmt die besondere Ehrung durch diese Frau an. Sie behandelt ihn wie einen König. Dabei ist von seiner göttlichen Majestät zu diesem Zeitpunkt eher nichts zu sehen. Jesus gibt ihr dennoch recht. Er sieht weiter und ist sich bei aller Demut seiner göttlichen Würde bewusst.

Und wir? Was bedeutet uns Jesus?

Für mich ist Jesus mein Retter. Weil ich mit Jesus verbunden bin, habe ich Frieden mit dem gerechten Gott. Deshalb ist jene Frau für mich ein Vorbild: Womit zeige ich Jesus meine Wertschätzung? Bin ich ebenfalls bereit, öffentlich zu Jesus zu stehen, wenn andere mich dafür kritisieren oder lächerlich machen? Das Beste, was ich zu geben habe, ist im Grunde nicht gut genug für Jesus. Aber Jesus würdigt meine Herzenshaltung wie damals bei jener Frau. Deshalb lohnt es sich: Ein Leben für Jesus, den HERRN des Himmels und der Erde! Ein Leben für das, was wirklich zählt!

Nehmen wir uns Zeit und denken in Ruhe nach. Hoffentlich sind wir mutig, damit aus guten Gedanken gute Taten werden, die Jesus ehren!


Tamara Schüppel

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