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53. Kein Machtkampf in Gottes Reich

Aktualisiert: Juni 20

Da traten Jakobus und Johannes, die Söhne von Zebedäus, an Jesus heran und sagten: „Rabbi, wir wollen, dass du uns eine Bitte erfüllst.“ „Was wollt ihr?“, fragte er. „Was soll ich für euch tun?“ Sie sagten: „Wir möchten, dass du uns in deiner Herrlichkeit rechts und links neben dir sitzen lässt!“ Doch Jesus erwiderte: „Ihr wisst nicht, was ihr da verlangt! Könnt ihr den Kelch austrinken, den ich trinken werde, und die Taufe ertragen, mit der ich getauft werden muss?“ „Ja, das können wir“, erklärten sie. Jesus erwiderte: „Aus dem Kelch, den ich austrinken muss, werdet ihr auch trinken, und die Taufe, die mir bevorsteht, werdet ihr auch empfangen, aber ich kann trotzdem nicht bestimmen, wer auf den Plätzen rechts und links von mir sitzen wird. Das hat mein Vater entschieden.“

Die Bibel, Markus-Evangelium Kapitel 10, Verse 35-40

Zwei Schüler haben begriffen: Was nachhaltig zählt, ist die Nähe zu Jesus. – Mit dieser Erkenntnis geht das Gerangel los, denn die besten Plätze bedeuten Teilhabe an der Macht.

Die zehn anderen hatten das Gespräch mit angehört und ärgerten sich über Jakobus und Johannes. Da rief Jesus sie zu sich und sagte: „Ihr wisst, wie die Herrscher sich als Herren aufspielen und die Großen ihre Macht missbrauchen. Bei euch aber soll es nicht so sein. Wer bei euch groß sein will, soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave von allen sein. Auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben als Lösegeld für viele zu geben.“

Die Bibel, Markus-Evangelium Kapitel 10, Verse 41-45

Zwei haben begonnen mit dem Gerangel. Die logische Folge: Ärger und Neid bei den Anderen.

Leider gehört Konkurrenzkampf um die Macht zu unseren persönlichen Erfahrungen. Leider hat Macht ausüben häufig mit Unterdrückung der Anderen zu tun. Bewusst oder unbewusst missbrauchen Menschen ihre Macht. Ein Blick in die Geschichte lehrt uns diese traurige Wahrheit. Ein Blick in unsere zwischenmenschlichen Beziehungen zeigt unmissverständlich kleine und große Machtübergriffe. Bereits im Kindergarten lässt sich das deutlich beobachten.


Jesus lehrt seine Schüler jedoch ein ganz anderes Prinzip. Statt ständig darauf bedacht zu sein, das Beste für sich selbst herauszuholen, kann jeder das Beste für seinen Nächsten gestalten. Ein Streben nach Vorrangstellung widerspricht diesem mühevollen Dienst. Aber lohnt sich dieses bessere Prinzip nicht trotzdem?


Das Beste für seinen Nächsten im Blick zu haben, bedeutet allerdings nicht, dessen böswillige oder unabsichtliche Machtübergriffe zu unterstützen. Das wäre nicht gut in Gottes Sinn – weder für diese Person selbst, noch für die Menschen in deren Umfeld.


Am Schluss stellt Jesus beispielhaft sein eigenes Handeln vor: Jesus hatte alle Macht, das zeigte er den Menschen auf vielerlei Weise. Er kam, um den Menschen – also seinen Geschöpfen – zu dienen (vgl. Philipper 4,6-11). Sein Leben und Sterben war der Preis dafür, dass Gottes Reich offene Türen hat.


Sind Sie erschrocken, wie herausfordernd Jesus-Nachfolge ist? Jesus hilft dabei, wenn Sie dieses bessere Prinzip punktuell gestalten: Mitten im Machtgerangel unserer Umwelt.

Tamara Schüppel

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