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13. Keine Pflichterfüllung, sondern Herzenseinstellung

Aktualisiert: Juni 20

Es gibt Menschen, die nehmen es mit ihrem Glauben genau. Sie verzichten zu bestimmten Zeiten auf das Essen, um mehr Zeit für Gott zu haben. Es ist eine gute Tradition geworden. Aber Jesus bricht mit diesem religiösen Brauch.


Die Jünger des Johannes und die Pharisäer pflegten regelmäßig zu fasten. Einige Leute kamen deshalb zu Jesus und fragten: „Wie kommt es, dass die Jünger des Johannes und die Pharisäer fasten, deine Jünger aber nicht?“ Jesus erwiderte: „Können die Hochzeitsgäste denn fasten, wenn der Bräutigam noch bei ihnen ist? Nein, solange der Bräutigam da ist, können sie nicht fasten. Die Zeit kommt früh genug, dass der Bräutigam von ihnen weggenommen sein wird. Dann werden sie fasten. Niemand näht doch ein neues Stück Stoff auf ein altes Gewand, sonst reißt das neue Stück aus und der Riss im alten Stoff wird noch größer. Und niemand wird doch neuen Wein, der noch gärt, in alte Schläuche füllen. Der junge Wein würde die Schläuche zum Platzen bringen. Dann wären der Wein und die Schläuche verdorben. Nein, neuen Wein füllt man in neue Schläuche.“

Die Bibel, Markus-Evangelium Kapitel 2, Verse 18-22


Ehrlich fragende Leute bekommen Antworten von Jesus. Er nimmt sich Zeit für eine ausführliche Erklärung: Seine Schüler erleben gerade eine ganz besondere Zeit – einmalig wie eine Hochzeit. Doch zu einem späteren Zeitpunkt werden auch sie wieder fasten, sagt er.


Gerade waren die Schüler von Jesus mit ihm, ihrem Lehrer, unterwegs. Sie lernten dabei ganz intensiv, was ein echtes Leben mit Gott beinhaltet. Das Fasten war jedoch als Zeit der Rückbesinnung und des Hörens auf Gott gedacht. Wozu brauchen die Jünger zu diesem Zeitpunkt das Fasten? Es wäre nur eine religiöse Pflichterfüllung, eine leere Form - und genau das lehnt Jesus ab. Es geht Jesus nicht um regelmäßige Erfüllung von religiösen Pflichten. Es geht um echtes Leben mit Gott im Alltag. Damit seine Antwort für jedermann verständlich wird, verdeutlicht er seine Aussagen mit zwei Beispielen aus dem Alltagsgeschehen: Wein wurde damals in Lederschläuchen aufbewahrt. Logisch, dass der Gärungsprozess alte Lederschläuche zum Platzen bringt, weil das Leder nicht mehr flexibel genug ist. Analog wird das gesamte Kleidungsstück unbrauchbar, wenn man festen neuen Stoff zum Ausbessern auf ein altes Kleidungsstück aus bereits stark abgenutztem Gewebe näht.


Fazit: Echtes Leben lässt sich nicht immer in traditionelle Formen pressen, selbst dann nicht, wenn diese Formen wirklich gut sind oder bisher sinnvoll waren. Die echte Beziehung zu Gott findet ihren Ausdruck in ganz unterschiedlichen, lebensnahen Formen.


Jesus fordert auch uns zum authentischen Leben heraus. Es geht nicht um das traditionelle Einhalten von einigen frommen Formen. Wollen Sie von Herzen tun, was Gott gefällt? Dann lassen Sie sich auf Gottes Herrschaft in Ihrem Leben ein. Das bedeutet eine grundsätzliche Änderung Ihrer Einstellung (vgl. Markus 1,15). Das bedeutet, dass Sie zu einem Nachfolger von Jesus werden. Dabei gibt es fortlaufend spannende Veränderungen – so wie das die Schüler von Jesus damals auch erlebten.


Tamara Schüppel

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