Suche

56. Kurzer Anschauungsunterricht – lebenslange Lernphase

Aktualisiert: Juni 20

Manches versteht man erst, wenn man eigene Lebenserfahrungen damit hat. So ging es vermutlich den Schülern von Jesus bei folgender Begebenheit:

Als sie am nächsten Tag Betanien wieder verließen, hatte Jesus Hunger. Da sah er von weitem einen Feigenbaum, der schon Blätter trug. Er ging hin, um zu sehen, ob auch Früchte dran wären. Er fand aber nur Blätter, denn es war nicht die Zeit für Feigen. Da sagte Jesus zu dem Baum: „Nie wieder soll jemand von dir Früchte essen.“ Seine Jünger konnten es hören.

Abends verließ Jesus mit seinen Jüngern immer die Stadt. Als sie am nächsten Morgen wieder an dem Feigenbaum vorbeikamen, sahen sie, dass er bis zu den Wurzeln verdorrt war. Da erinnerte sich Petrus und rief: „Rabbi, sieh nur, der Feigenbaum, den du verflucht hast, ist verdorrt!“ Jesus sagte zu ihnen: „Ihr müsst Vertrauen zu Gott haben. Wenn jemand zu diesem Berg hier sagt: ‚Heb dich hoch und stürz dich ins Meer!‘ und dabei keinen Zweifel in seinem Herzen hat, sondern fest darauf vertraut, dass geschieht, was er sagt, dann wird es geschehen. Darum sage auch ich euch: Worum ihr auch bittet, glaubt, dass ihr es empfangen habt, dann werdet ihr es auch erhalten. Doch wenn ihr dasteht und betet, müsst ihr zuerst jedem vergeben, gegen den ihr etwas habt, damit euer Vater im Himmel auch euch eure Verfehlungen vergibt.“

Die Bibel, Markus-Evangelium Kapitel 11, Verse 12-14 und 19-25

Hungrig sucht Jesus an einem Feigenbaum nach Früchten. Da zu dieser Jahreszeit keine Feigen reifen, sind hier sicher die kleinen trockenen „Vorfeigen“ gemeint, die aus den Blütenanlagen des Vorjahres entstehen. Die Schüler erleben wieder die göttliche Autorität ihres Meisters, denn jener Baum verdorrt innerhalb weniger Stunden. Jesus zeigt anschaulich, dass er die Naturgesetze beherrschen und außer Kraft setzen kann. Er ist Gott.

Auf Hinweis des Petrus gibt es am folgenden Tag eine wichtige Lektion von Jesus zum Thema Glauben. Lesen Sie gern den Bibeltext nochmals und denken Sie in Ruhe darüber nach. ---

Trotzdem bleiben gerade bei diesem Text viele Fragen offen. Wir verstehen ihn zunehmend besser, wenn wir unser Leben aktiv mit Jesus gestalten. Glaube ist ein praxisbezogener Lern- und Wachstumsprozess, keine theoretische Wissenseinheit. Lebendiger Glaube ist Beziehung zu einer Person: Jesus.

Bitte fallen Sie nicht darauf herein, Glauben als Leistung bei Gott abrechnen zu wollen. Damit würden wir Gott zum Dienstleister für unsere Wünsche degradieren.

Etwa 30 Jahre später schreibt Petrus in einem Brief über dieses Thema. Er betont dabei das Ziel des Glaubens: Es geht um die Rettung aus der Gottesferne (vgl. 1. Petrus 1,3-25, hier Vers 9). Glaube ist Nähe zu Jesus und Mitarbeit an seinen guten Zielen.

Jesus schlägt vor, im Glauben zu bitten. Petrus begreift: Glaube hat das grundlegende Ziel ‚Rettung vor der furchtbaren Abwesenheit Gottes‘. Wer so betet, wie Jesus vorschlägt, kann demzufolge Rettungsmöglichkeiten für Andere öffnen. Jedoch wird der Beter nicht zum Vermittler zwischen Gott und Mensch: Das ist ausschließlich Jesus (vgl. 1. Timotheus 2,5).

Was kann ich durch Gebet Gutes bewirken?

Tamara Schüppel

Schreiben Sie mir eine E-Mail

mit Ihren Kommentaren und Fragen.

Ich freue mich über Ihre Nachricht!

Darf ich mich als Ihr

Erkundungstour-Begleiter

vorstellen?