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58. Umdenken oder umdeuten

Aktualisiert: Juni 20

In Etappe 57 beschäftigte uns ein Skandal, den Jesus herbeiführte, weil er energisch und tatkräftig den Tempel als Ort des Gebets wiederherstellen wollte. Unser Bibeltext schloss mit folgendem Vers:

Als die Hohen Priester und Gesetzeslehrer davon hörten, suchten sie nach einer Möglichkeit, Jesus zu beseitigen, denn sie fürchteten ihn, weil er das ganze Volk mit seiner Lehre tief beeindruckte.

Markus-Evangelium Kapitel 11, 18

Ein Tag später passierte folgendes:

Dann gingen sie [Jesus und die Jünger] wieder nach Jerusalem hinein. Als Jesus im Tempel umherging, traten die Hohen Priester, die Gesetzeslehrer und Ältesten zu ihm und fragten: „Mit welchem Recht tust du das alles? Wer hat dir die Vollmacht dazu gegeben?“ „Ich will euch nur eine Frage stellen“, erwiderte Jesus, „wenn ihr sie mir beantwortet, werde ich euch sagen, wer mir die Vollmacht gegeben hat. Taufte Johannes im Auftrag Gottes oder im Auftrag von Menschen? Antwortet mir!“ Sie überlegten miteinander. „Wenn wir sagen: ‚Im Auftrag Gottes‘, wird er fragen: ‚Warum habt ihr ihm dann nicht geglaubt?‘ Sollen wir also sagen: ‚Von Menschen‘?“ Doch das wagten sie nicht, weil sie Angst vor dem Volk hatten, denn das hielt Johannes wirklich für einen Propheten. So sagten sie zu Jesus: „Wir wissen es nicht.“ – „Gut“, erwiderte Jesus, „dann sage ich euch auch nicht, von wem ich die Vollmacht habe, das alles zu tun.“

Die Bibel, Markus-Evangelium Kapitel 11, 27-33

Unser Bibeltext berichtet von Menschen, die Jesus hinterfragen: Nicht offen und ehrlich, sondern mit böser Absicht. Es geht ihnen nicht darum, die Wahrheit über Jesus herauszufinden. Vielmehr wollen sie ihren eigenen Lebensstil, ihre Macht, ihren Einfluss beim Volk sichern. Jesus mit seiner göttlichen Autorität und seinem Einfluss auf das Volk stört sie. Deshalb suchen sie einen öffentlich anerkannten Anklagegrund.

Dabei hatten gerade diese Leute besondere Chancen, Jesus als den von Gott gesandten Retter zu erkennen. Im Alten Testament, dem Teil der Bibel, den sie sehr genau kannten, gibt es viele Voraussagen, die genau auf Jesus zutreffen. Die Grundlagen kannten diese Menschen perfekt. Aber sie deuten die Wahrheit um zugunsten persönlicher Vorteile.

Jesus lässt sie mit ihren Intrigen allein. Sie erfahren nichts über seine göttliche Autorität; sie bleiben blind angesichts offensichtlicher Tatsachen.

Wie ist das bei uns? Bin ich ehrlich interessiert, die Wahrheit über Jesus herauszufinden? Bin ich bereit, mich und meine Ansichten infrage stellen zu lassen? Oder steht das Ziel bereits vorher fest: In meinem gut geordneten Leben hat alles so zu bleiben, wie es schon immer war. Dann werde ich beispielsweise meine Theorie pflegen, dass ich schon ganz gut bin, dass Gott mit mir zufrieden sein müsste. Oder ich hüte mein festgefügtes Weltbild, dass es keinen Gott geben kann.

Wenn‘s uns nicht passt, was wir sehen, machen wir die Augen zu und deuten um? Das können wir tun; Jesus antwortet dann vielleicht auch uns nicht.

Ich möchte lieber die Wahrheit herausfinden und notfalls umdenken. Umdenken und im Anschluss umsetzen, was ich begriffen habe. Das ist die herausfordernde und spannende Lebensschule von Jesus. Sind Sie dabei?

Tamara Schüppel

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