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79. Vergebung ist keine Kleinigkeit

Kreuzigung ist aus heutiger Sicht die grausamste Todesstrafe: Langsam, qualvoll, schmerzhaft und blutig starben die Verurteilten meist durch Ersticken. Die vorangegangene Geißelung hatte in Schultern, Rücken und Beinen tiefe Wunden hinterlassen. Der Körper des Hinzurichtenden glich einer blutenden Masse, an der Hautfetzen und Dreck verkrusteten.

Die Leute, die vorbeikamen, schüttelten den Kopf und riefen höhnisch: „Ha! Du wolltest den Tempel abreißen und in drei Tagen wieder aufbauen! Rette dich doch selbst und steig vom Kreuz herab!“ Auch die Hohen Priester und Gesetzeslehrer machten sich über ihn lustig. „Andere hat er gerettet“, riefen sie, „sich selbst kann er nicht retten! Der Messias, der König von Israel, möge doch jetzt vom Kreuz herabsteigen. Wenn wir das sehen, werden wir an ihn glauben!“ Auch die Männer, die mit ihm gekreuzigt waren, beschimpften ihn.

Als es dann Mittag wurde, legte sich eine schwere Finsternis über das ganze Land. Den halben Nachmittag blieb es so. Zuletzt schrie Jesus laut: „Eloi, Eloi, lema sabachthani?“ Das heißt: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Einige der Herumstehenden hörten das und sagten: „Seht, er ruft Elija!“ Einer von ihnen holte schnell einen Schwamm, tauchte ihn in sauren Wein, steckte ihn auf einen Stock und hielt ihn Jesus zum Trinken hin. „Wartet“, rief er, „wir wollen doch sehen, ob Elija kommt, um ihn herabzuholen!“ Jesus aber stieß einen lauten Schrei aus und starb. In diesem Augenblick zerriss der Vorhang im Tempel von oben bis unten in zwei Stücke.

Als der Hauptmann, der vor dem Kreuz stand, Jesus so sterben sah, sagte er: “Dieser Mann war wirklich Gottes Sohn.“ Einige Frauen hatten von weitem zugesehen. Unter ihnen waren Maria aus Magdala, Maria, die Mutter von Jakobus, dem Kleinen, und von Joses, sowie Salome. Sie hatten Jesus schon in Galiläa begleitet und für ihn gesorgt. Zusammen mit vielen anderen waren sie ihm bis nach Jerusalem gefolgt.

Die Bibel, Markus-Evangelium Kapitel 15, Verse 29-41

Jesus ist Gott. Er ließ das Böse freiwillig an sich geschehen, um uns Gottes Vergebung anbieten zu können: Gottes Gerechtigkeit kann Schuld und Sünde nicht übersehen, aber seine Liebe will nicht zulassen, dass wir hoffnungslos daran kaputt gehen. Wir stellten fest, dass jeder von uns Böses in sich trägt und schuldig ist (vgl. Etappen 74; 75; 78). Vergebung ist keine Kleinigkeit; Jesus nahm unsere Schuld auf sich.

Achten wir sein wertvolles Geschenk? Danken wir Jesus dafür?

Auf echte Vergebung folgt Versöhnung. Die wirkt sich in unserem gesamten Lebensumfeld aus. Jesus lehrte seine Jünger folgendes Gebet: „Und vergib uns unsere ganze Schuld! Auch wir haben denen vergeben, die an uns schuldig geworden sind.“ (Matthäus 6,12) Gottes Vergebung ist ein Vorbild, wie wir mit Menschen umgehen sollen, die uns aufrichtig um Vergebung bitten. So können mit Gottes Hilfe kaputte Beziehungen heilen!

Während wir anderen Menschen vergeben und Gottes Vergebung immer wieder empfangen, wird uns fortlaufend und zunehmend bewusst: Vergebung ist keine Kleinigkeit. Aber Vergebung befreit von Hass- und Rachegedanken. Der Sinn von Vergebung sind heilende Beziehungen: Zu Gott und zu unserem Nächsten.

Tamara Schüppel

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