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J07 Jesus kennenlernen und andere mitnehmen

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... weil es sich lohnt
... weil es sich lohnt

Die Taufe des Johannes symbolisierte die bewusste Sinnesänderung der Menschen: Zu Gott hin (vgl. Etappe J06). Jedoch nützt auch eine gottgefällige Symbolhandlung nichts, wenn hinterher alles beim Alten bleibt. Kommen Sie mit, wir begleiten zwei ehemalige Johannes-Schüler, die ihre Sinnesänderung aktiv lebten:


Am nächsten Tag war Johannes mit zwei von seinen Jüngern wieder dort. Als er Jesus vorbeigehen sah, sagte er: „Seht, das Opferlamm Gottes!“ Die zwei Jünger hörten das und gingen Jesus nach. Jesus drehte sich um und sah, dass sie ihm folgten. Da fragte er: „Was sucht ihr?“ – „Rabbi, wo wohnst du?“, entgegneten sie. – Rabbi heißt übrigens Lehrer. – „Kommt mit“, erwiderte er, „dann werdet ihr es sehen.“ So kamen sie mit. Es war am späten Nachmittag. Sie sahen, wo er sich aufhielt, und blieben den Tag über bei ihm.

Einer von den beiden, die Jesus gefolgt waren, weil sie das Zeugnis von Johannes gehört hatten, war Andreas, der Bruder von Simon Petrus. Der fand gleich darauf seinen Bruder Simon und sagte zu ihm: „Wir haben den Messias gefunden!“ – ‚Messias‘ ist das [hebräische] Wort für ‚Christus‘. – Dann brachte er ihn zu Jesus. Jesus sah ihn an und sagte: „Du bist Simon, der Johannes-Sohn. Man wird dich einmal Kephas nennen, ‚Felsenstein‘.“

Die Bibel, Johannes-Evangelium 1,35-42

Zitatangabe Bibel: Benutzen Sie gern die Erläuterungen im Bibel-Navigator.


Johannes der Täufer weist auf Jesus hin. Das tut er kontinuierlich, denn am folgenden Tag ist er wieder damit beschäftigt. Scheinbar arbeitet er damit gegen sich selbst. Bis heute gilt jedoch: Ein wirklich guter Lehrer motiviert seine Schüler, eigenständig voranzugehen. Ein vortrefflicher Lehrer fördert seine Schüler selbstlos, damit sie über ihren Meister hinauswachsen können und gibt ihnen die Freiheit dazu. Genau das tut Johannes, als er seine beiden Schüler, Jünger genannt, nochmals auf Jesus hinweist. Und weil die zwei Johannes-Schüler etwas Wichtiges begriffen haben, reden sie Jesus respektvoll mit dem damals üblichen Ehrentitel an: Rabbi – Lehrer. Sie sind offensichtlich aufnahmebereit für weitere Lektionen.


Welche Auswirkung hat der Tag mit Jesus auf die Beiden? Als gottesfürchtige Juden wussten sie, dass Gott seit langer Zeit versprochen hatte, einen heilbringenden Retter zu schicken, einen Retter mit göttlicher Vollmacht. Es gab damals glaubensstarke Menschen, die auf diesen Retter warteten. (Lesen Sie gern in Lukas 2,25-38 von zwei solchen Personen.) Während die beiden ehemaligen Johannes-Schüler mit Jesus unterwegs sind, wird ihnen sonnenklar, dass Jesus dieser Heilsbringer ist. Sie verstehen es erst, während sie unterwegs sind. Sobald sie das ansatzweise begriffen haben, erzählen sie übersprudelnd davon.


Auch wir brauchen diesen Mut: Machen wir uns auf und suchen persönliche Verbindung mit Jesus. Sie und ich müssen aktiv werden, wenn wir Jesus erleben und fortlaufend besser kennenlernen wollen. Wir finden nicht heraus, ob es sich lohnt, wenn wir nicht losgehen.


Die neuen Jesus-Nachfolger entdecken Jesus als den von Gott im Alten Testament versprochenen Retter. Deshalb bezeichnet Andreas ihn als ‚Messias‘ und als ‚Christus‘. Das Wort ‚Messias‘ ist hebräischen Ursprungs, hingegen ist ‚Christus‘ die griechische Entsprechung. Übersetzt bedeuten beide Bezeichnungen ‚der Gesalbte‘. Seit den Zeiten des Mose wurden Menschen für besonders verantwortungsvolle Aufgaben gesalbt: Zum Priester- oder Prophetendienst oder als König.

Nicht nur Johannes der Täufer hatte verstanden, wer Jesus ist. Auch die zwei neuen Jesus-Nachfolger gehören zum unscheinbaren Anfang einer bis heute anhaltenden Bewegung. Und Andreas kann nicht schweigen, er teilt seine großartige Erkenntnis sofort mit seinem Bruder Simon Petrus. Der lässt sich mitnehmen, um selbst zu prüfen. Jesus macht Simon Petrus durch wenige prophetische Sätze die ungeahnte Tragweite dieser Begegnung klar.


Die Bezeichnungen ‚Messias‘ und ‚Christus‘ wurden zu Ehrentiteln, die Jesus als den einzigartigen Priester, Propheten und König ausweisen: Der Priester, der Menschen mit dem heiligen Gott versöhnt; der Prophet, durch den Gott direkt zu Menschen spricht und der König, der als Gott herrscht.


Sicher haben Sie und ich noch lange nicht alle Details verstanden. Ich möchte immer wieder erwartungsvoll auf Jesus zugehen. Und ich möchte Sie gern mitnehmen zu Jesus, weil ich erlebe, dass es sich lohnt!


Tamara Schüppel

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