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J47 Wie geht echte Toleranz?

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Welche Bewertungshilfen gibt es?
Welche Bewertungshilfen gibt es?

Das Thema Toleranz beschäftigte uns bereits in der letzten Etappe (Etappe J46). Bei näherem Hinsehen ergibt sich eine große Gefahr: Toleranz ohne sinnvolle Bewertung des strittigen Punktes öffnet jedem Unsinn, jeder Böswilligkeit und sogar jedem Verbrechen Tür und Tor! Wir dürfen nicht ALLES tolerieren. Aber wie kommen wir zu jener Bewertung, die die Grundlage für eine tolerante Haltung ist? Folgender Bibeltext gibt entscheidende Hinweise:

 

Damals war es gerade Winter, und in Jerusalem fand das Fest der Tempelweihe statt. Auch Jesus hielt sich im Tempel auf, in der Säulenhalle Salomos. Da umringten ihn die Juden und fragten: „Wie lange willst du uns noch hinhalten? Wenn du der Messias bist, dann sage es freiheraus!“ Ich habe es euch schon gesagt“, erwiderte Jesus, „aber ihr glaubt mir ja nicht. Alles, was ich im Namen meines Vaters tue, beweist, wer ich bin. Aber ihr gehört nicht zu meiner Herde, wie ich euch schon gesagt habe, und darum glaubt ihr auch nicht. Meine Schafe hören auf meine Stimme. Ich kenne sie, sie folgen mir, und ich gebe ihnen das ewige Leben. Sie werden niemals verlorengehen. Niemand wird sie mir aus den Händen reißen. Denn mein Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer als alles, was es gibt. Niemand ist in der Lage, sie ihm zu entreißen. Ich und der Vater sind untrennbar eins.“  

Da hoben die Juden wieder Steine auf, um ihn damit zu töten. Jesus sagte zu ihnen: „Viele gute Werke habe ich im Auftrag meines Vaters unter euch getan. Für welches davon wollt ihr mich steinigen?“ „Wegen eines guten Werkes steinigen wir dich nicht“, wüteten die Juden, „sondern wegen Gotteslästerung! Du machst dich selbst zu Gott, obwohl du nur ein Mensch bist.“ Jesus erwiderte: „Steht in eurem Gesetz nicht auch der Satz: ‚Ich habe gesagt, ihr seid Götter!‘ Wenn also diejenigen Götter genannt werden, an die das Wort Gottes erging – und die Schrift kann nicht außer Kraft gesetzt werden –, wie könnt ihr da behaupten: ‚Du lästerst Gott!‘, weil ich sagte: ‚Ich bin Gottes Sohn‘; ich, der vom Vater gerade dazu erwählt und in die Welt gesandt wurde? Wenn das, was ich tue, nicht die Taten meines Vaters sind, müsst ihr mir nicht glauben. Sind sie es aber, dann lasst euch doch wenigstens von den Taten überzeugen, wenn ihr schon mir nicht glauben wollt. An ihnen müsstet ihr doch erkennen, dass der Vater in mir ist und dass ich im Vater bin.“ Da versuchten sie wieder, ihn festzunehmen. Aber er entzog sich ihren Händen. 

Er überquerte den Jordan und ging an die Stelle, an der Johannes zuerst getauft hatte. Dort blieb er, und viele Menschen kamen zu ihm. „Johannes hat zwar keine Wunder getan“, sagten sie, „aber alles, was er über diesen Mann gesagt hat, ist wahr.“ Viele kamen dort zum Glauben an ihn.

Die Bibel, Johannes-Evangelium 10,22-41

 

Jesus will uns helfen zu sinnvoller Toleranz auf dem Weg zur Wahrheit. Unser Bibeltext lässt einige Bewertungshilfen erkennen, die wir in unterschiedlichen Lebensbereichen anwenden können:

 

  • Bewertungshilfe 1: Die Leute fragen genau nach. Worum geht es? Was meint der Gegner wirklich?


  • Bewertungshilfe 2: Jesus sagt den Menschen die Wahrheit, weist aber zugleich darauf hin, seine Taten in die Bewertung einzubeziehen. Was sagt jemand? Unterstützen seine Taten diese Worte? Was können wir über die innere Haltung dieses Menschen herausfinden? Wenn wir dies in unsere Bewertung einbeziehen, erkennen wir deutlicher, ob Toleranz angemessen ist.


  • Bewertungshilfe 3: Was ist wirklich gut? Wir brauchen einen ethischen Maßstab außerhalb der strittigen Parteien. Jesus nennt einen solchen Maßstab: Das Gesetz der Juden – also Gottes Wort. Jesus beruft sich selbst darauf. Zudem gibt unser menschliches Gewissen häufig gute Bewertungshinweise. Deshalb weiß jedes Kind, dass Mord böse ist.


In Mitteleuropa können wir auf eine jahrtausendalte Geschichte zurückblicken, in der christliche Werte unsere Gesellschaft tiefgreifend geprägt haben. Diese christlichen Werte basieren auf Gottes Wort, der Bibel. Wir sollten nicht unser Fundament zerstören, indem wir meinen, ohne Gott kämen wir zum gleichen Ergebnis. Dies lässt sich durchaus andernorts auf dieser Welt überprüfen.

 

  • Bewertungshilfe 4: Lässt das Gegenüber die offene Überprüfung des strittigen Punktes zu? Ist das Gegenüber an der Wahrheit interessiert und will das Gute fördern? Jesus führt die Menschen zu einer ehrlichen Überprüfung seiner Aussagen und seiner Person. Er fordert nicht: ‚Das müsst ihr mir glauben!‘ Seine Gegner wollen jedoch die offene Überprüfung verhindern. Sie wenden dazu Gewalt an. Das lässt Rückschlüsse auf deren innere Haltung zu.

 

Echte Toleranz ist kein dauerhaftes Ignorieren anderer Gesinnungen, sondern ein aktiver Prozess, der in Anerkennung oder Ablehnung mündet. Was als Toleranz aus Mangel an aufrichtigen Gegenargumenten beginnt, kann im Glauben enden. Damals kamen Menschen auf der anderen Jordanseite zu Jesus. Auf der Grundlage von erlebten Tatsachen erkannten sie zunehmend die Wahrheit und hielten deshalb Jesus die Treue.  

 

Frage an Atheisten und Andersgläubige: Leben Sie Toleranz gegenüber Jesus? Bitte schauen Sie genau hin, statt sich hinter Vorurteilen zu verbarrikadieren. Der Kampf wider besseres Erkennen führte schon damals zu keinem guten Ziel.

 

Tamara Schüppel

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