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J15 Jesus möchte uns Horizonte öffnen

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Jesus möchte uns Horizonte öffnen
Jesus möchte uns Horizonte öffnen

Der Tatsachenbericht beschreibt sachlich eine wahre Begebenheit – im Unterschied zu ausschmückenden und wertenden Textformen. In dieser Etappe befassen wir uns mit dem ersten Teil eines Tatsachenberichtes, eingebettet in den Gesamtkontext dieses Evangeliums. Zum umfassenden Verständnis des Geschehens beschreibt der Autor örtliche Gegebenheiten und Zusammen-hänge:

Jesus erfuhr, dass die Pharisäer auf ihn aufmerksam wurden, weil er mehr Menschen zu Jüngern machte und taufte als Johannes. Er taufte allerdings nicht selbst; das taten seine Jünger. – Da verließ er Judäa und ging wieder nach Galiläa. Dabei fühlte er sich gedrängt, den Weg durch Samarien zu nehmen. So kam er zu einem samaritanischen Ort namens Sychar. Er lag in der Nähe des Grundstücks, das Jakob einst seinem Sohn Josef vererbt hatte. Dort ist auch der Jakobsbrunnen. Ermüdet von der langen Wanderung setzte Jesus sich an den Brunnen. Es war um die Mittagszeit. Da kam eine samaritanische Frau, um Wasser zu holen. Jesus bat sie: „Gib mir etwas zu trinken!“ Seine Jünger waren nämlich in den Ort gegangen, um etwas zu essen zu kaufen. Überrascht fragte die Frau: „Wie kannst du mich um etwas zu trinken bitten? Du bist doch ein Jude und ich eine Samaritanerin.“ – Die Juden vermeiden nämlich jeden Umgang mit Samaritanern. Jesus antwortete: „Wenn du wüsstest, welche Gabe Gott für dich bereithält und wer es ist, der zu dir sagt: ‚Gib mir zu trinken‘, dann hättest du ihn gebeten und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben.“ „Herr“, sagte die Frau, „du hast doch nichts, womit du Wasser schöpfen kannst; und der Brunnen ist tief. Woher willst du denn dieses lebendige Wasser haben? Bist du etwa größer als unser Stammvater Jakob, der uns diesen Brunnen hinterließ? Kannst du uns besseres Wasser geben als das, was er mit seinen Söhnen und seinen Herden trank?“ Jesus erwiderte: „Jeder, der von diesem Wasser trinkt, wird wieder durstig werden. Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst bekommen. Das Wasser, das ich ihm gebe, wird in ihm eine Quelle werden, aus der Wasser sprudelt – bis ins ewige Leben.“ „Herr, gib mir dieses Wasser“, bat die Frau. „Dann werde ich keinen Durst mehr haben und muss nicht mehr zum Schöpfen herkommen.“

Die Bibel, Johannes-Evangelium 4,1-15


Wenn Jesus Gottes Sohn ist (vgl. Etappe J14), wenn die Bibel nicht nur wahr, sondern Gottes Botschaft an alle Menschen ist, welche Bedeutung hat dieser Bericht dann für uns?


Jesus begegnet einer Frau im Alltag. Seine Bitte ist ungewöhnlich, deshalb gewinnt er sofort ihre Aufmerksamkeit. Obgleich er scheinbar auf die Hilfe der Frau angewiesen ist, bietet Jesus ein Geschenk von unschätzbarem Wert an: lebendiges Wasser. Die Frau versteht nicht, was Jesus meint, ihr Interesse ist jedoch geweckt: „Kann das wahr sein? – Wer ist dieser Mann?“ Sie hätte Jesus als Spinner abtun können. Dann wäre vermutlich nichts in ihrem Leben passiert. Sie hätte Jesus nicht wirklich kennengelernt. Aber die Frau will etwas erreichen. Deshalb versucht sie, die Wahrheit herauszufinden. Jesus erklärt weiter, sie begreift immer noch nicht.


Solche Missverständnisse passieren, weil Gottes Wirklichkeit unser menschliches Vorstellungsvermögen übersteigt. Auch langjährige Jesus-Nachfolger erfassen nur bruchstückhaft Gottes umfassenden Plan. Aber Jesus wurde Mensch, um uns Horizonte zu öffnen! (vgl. Johannes 8,31-32 und Johannes 18,37) Er möchte uns zum echten, ewigen Leben befreien. Und durch uns will er andere beschenken: Sein lebendiges Wasser fließt immer weiter, es soll jeden Menschen erreichen. Jesus richtet sein Angebot an den hochgebildeten, anerkannten Nikodemus genauso wie an diese Frau aus der verachteten Volksgruppe. (vgl. Etappe J11) Und heute spricht er durch sein Wort, die Bibel, zu Ihnen.


Die Frage ist: WOLLEN wir verstehen? Der Weg zum Gipfel ist herausfordernd, erst dort weitet sich unsere begrenzte Sichtweise.


Die Frau suchte jedenfalls beharrlich – in der nächsten Etappe erfahren wir mehr darüber.


Tamara Schüppel

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