H03 Exkurs: Engel
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Unsichtbare Geistwesen: Wer sind sie und was hat das mit uns zu tun? – Ich möchte keine spirituellen Engel-Erfahrungen teilen oder die Verkaufszahlen erzgebirgischer Hand-werkskunst befeuern. Hier geht es um eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema: Menschen beobachten Auswirkungen, ohne das Eigentliche erklären zu können. Weil uns die übernatürliche Dimension weitgehend ver-borgen bleibt, sind wir auf Hilfe angewiesen. Deshalb habe ich als Grundlage für meine Erkundungstour Gottes Wort gewählt.
Was erfahren wir von Gott selbst über Engel?
Das Wort ‚Engel‘ [1] bedeutet im Hebräischen ebenso wie im Griechischen ‚Bote, Gesandter‘. Der Begriff wird in der Bibel auch für menschliche Boten benutzt; meist bezeichnet er aber himmlische Wesen. Engel sind unsterbliche Geistwesen und wurden individuell von Gott geschaffen. Es gibt unter ihnen keine Fortpflanzung. [2]
Wenn Engel den Menschen erscheinen, sehen sie oft menschenähnlich aus, manchmal mit Merkmalen von Tieren. Auch Engel haben eine Persönlichkeit: Sie stellen sich mit Namen vor [3] und wurden mit einem freien Willen geschaffen. [4] Zudem sind sie lernfähig und haben Gefühle. [5]
Engel werden auch als himmlische Heerscharen bezeichnet. Ihr Schöpfer ist der Sinngeber ihres Daseins. Durch ihre speziellen Aufgaben gehören Engel zu unterschiedlichen Dienst- und Rang-ordnungen. [6] Ich möchte einige der vielen Wirkungsbereiche nennen:
Aufgaben gegenüber Gott haben beispielsweise die Cherubim und Serafim. Diese besondere Art der Engel umgeben vermutlich den Thron Gottes und stehen im Zusammenhang mit Gottes Herrlichkeit und Heiligkeit. [7]
Manche Engel verteidigen Gottes Reich gegen finstere Mächte und sind Gottes Gerichtsvollstrecker. [8]
Engel beeinflussen Naturgewalten und Völker. [9]
Engel haben verschiedene Aufgaben im Leben von Menschen:
Sie schützen Menschen. [10]
Sie helfen den Glaubenden im Auftrag Gottes. [11]
Sie überbringen Botschaften und erklären. [12]
Wenn Sie einige der angeführten Vergleichsstellen nachgeschlagen haben, ist es Ihnen vielleicht selbst aufgefallen: Häufig erschrecken Menschen zutiefst, wenn Engel ihnen sichtbar begegnen. Wir spüren plötzlich etwas von einer Dimension, die unserer Wahrnehmung weitgehend verborgen bleibt.
Bei den Berichten von Engelerscheinungen im Alten Testament wird nicht immer klar, ob ein Engel oder Jesus selbst den Menschen begegnete.
Engel sind als Gesandte für ihre Aufgaben speziell von Gott bevollmächtigt: Sie handeln und sprechen im Namen Gottes, als ob Gott selbst da wäre. Engel sind demzufolge verantwortliche Autoritäten. Jedoch warnt Gott davor, diese himmlischen Geschöpfe anzubeten. Es ist Zielverfehlung, wenn wir spirituellen Kontakt zu Engeln suchen, denn Gott wünscht sich Direktkontakt zu uns. Seine Engel sind keine Vermittler, sondern Beauftragte. [13]
Geschnitzte Weihnachtsengelchen haben mit der ernstzunehmenden Wirklichkeit eher nichts zu tun. Wir kennen Erinnerungsbilder biblischer Berichte – demgegenüber sind Schutzengel-Glücksbringer eine Fehldeutung der unsichtbaren Realität. Die Verehrung menschengemachter Dinge nennt die Bibel Götzendienst und davor warnt Gott dringend: Lesen Sie Exodus 20,2-4
Es gibt auch Engel, die nicht mehr im Dienst des Allerhöchsten stehen:
Jesus spricht wiederholt von diesen Wesen. Ursprünglich wurden sie – wie die anderen Engel – von Gott persönlich geschaffen. Aber Engel können sündigen, indem sie gegen ihren Schöpfer rebellieren. Es geht um eine grundlegende Zielverfehlung ihres Daseins. [14]
In Hesekiel 28,11-19 wird der Abfall eines Engelfürsten in Bildsprache beschrieben. Die Folgen sind dramatisch. Alle Herrlichkeit und Schönheit, alles echt Gute ist vorbei. Vermutlich geht es in diesem Bericht um den Teufel, den man auch Satan nennt. Er wurde zum Fürsten dieser Welt, weil Menschen sich seiner Rebellion anschlossen. Offensichtlich gibt es weitere gefallene Engel, die auch als Dämonen oder böse Geister bezeichnet werden. Sie alle verpesten ihr Umfeld mit Bösem.
Achtung:
Diese finsteren Mächte und ihr Oberster, der Teufel, treten durchaus mit Menschen in Kontakt; sie wollen dadurch ihren Machtbereich des Bösen erweitern. Fast immer verstellen sie zunächst ihr Wesen und ahmen das Gute von Gott nach. Ihr Oberster wird auch „Vater der Lüge“ genannt. Leider fallen wir Menschen häufig auf Verführung herein, weil wir Gott hinterfragen, statt ihm zu vertrauen. Das wird bereits zu Beginn der Menschheitsgeschichte klar: Lesen Sie dazu die Begebenheit in Genesis 3.
Gott lässt finstere Mächte zunächst gewähren. [15] Geistwesen dürfen ebenso frei entscheiden wie wir Menschen, wem sie dienen wollen. Aber Gott setzt dem Bösen Grenzen, er bleibt der Machthaber. Der gute Schöpfergott wusste offensichtlich im Voraus, dass Menschen sich vom Feind Gottes verführen lassen würden. Deshalb plante er die Rettung seiner irdischen Geschöpfe bereits, bevor er das Universum schuf. [16] Der Retter ist Gottes Sohn persönlich: Jesus liebt uns so sehr, dass er selbst Mensch wurde. Er nahm unsere gerechte Strafe stellvertretend auf sich. [17] Sein Tod am Kreuz sah für Menschen aus wie eine Niederlage, aber Jesus spricht diesbezüglich vom Sieg in der unsichtbaren Welt. [18]
Am Ende der Zeiten wird Gott alle Bösen endgültig und gerecht richten: Der zweite Tod ist ein Zustand ewiger Qual. Jener Feuersee ist der Ort der Gottesferne, wo himmlische und irdische Geschöpfe das Gericht Gottes dauerhaft erfahren müssen. Auch der Teufel selbst wird im Feuersee gerichtet, er ist nicht der Herrscher der Hölle. [19]
Was wir Menschen wahrnehmen, ist offensichtlich nur ein geringer Teil der Realität. Jedoch möchte Jesus uns helfen, die umfassende Wahrheit zu finden. [20] Wollen wir dem liebenden Sohn Gottes vertrauen? Dann sollten wir handeln:
Werden wir mit Jesus sprechen und ihm zuhören? Wir dürfen ganz natürlich und voller Vertrauen mit ihm reden. Wichtig ist, dass wir damit beginnen!
Müssen wir unsere Prioritäten ändern, um regelmäßig Zeit für Gott zu haben?
Tamara Schüppel
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Anmerkungen und Vergleichsstellen:
[1] Engel Wortbedeutung: hebr. malak, griech. angelos
[2] Fortpflanzung: vgl. Psalm 148,5; Lukas 20,36; Markus 12,25
[3] Namen: vgl. Lukas 1,19
[4] Wille: vgl. 2.Petrus 2,4+11; Judas 1,6+9
[5] Verstand/Wissbegierde: Epheser 3,10; 1.Petrus 1,12; Gefühl: Lukas 15,10
[6] Dienst und Rangordnung: vgl. Daniel 10,13; Judas 1,6
[7] Aufgaben gegenüber Gott: vgl. Genesis 3,24; Exodus 25,17-21; Jesaja 6,6
[8] Engel als Kämpfer und Gerichtsvollstrecker: vgl. Judas 1,9; Offenbarung 12,7-9
[9] Engel beeinflussen Naturgewalten uns Völker: vgl. Offenbarung 7,2; Daniel 20,13+20
[10] Engel schützen Menschen: vgl. Psalm 91,11; Matthäus 18,10-11
[11] Engel helfen Glaubenden: vgl. Apostelgeschichte 27,23; Apostelgeschichte 12,7
[12] Engel überbringen Botschaften und erklären: vgl. Lukas 1,26; Offenbarung 22,6
[13] Engel sind keine Vermittler, sondern Beauftragte: vgl. Offenbarung 22, 8-9; Kolosser 2,8
[14] abgefallene Engel: vgl. 2.Petrus 2,4+10-11
[15] Gott lässt böse Mächte begrenzt gewähren: vgl. Matthäus 8,29; Lukas 4,34
[16] Vor Schöpfung geplante Rettung für Menschen: vgl. 1.Petrus 1,18-20
[17] Jesus liebt Menschen: vgl. Johannes 3,16
[18] Jesu Tod am Kreuz ist keine Niederlage, sondern Sieg in der unsichtbaren Welt: vgl. Johannes 12,31 und Offenbarung 12,7-12
[19] Endgültiges Gericht über Gottes Feinde: vgl. Matthäus 25,41; Offenbarung 20,11-15
[20] Jesus hilft, die Wahrheit zu finden: vgl. Johannes 8,31-32


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