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J82 Verzweifelt und am Ende – aber dann ...

  • Tamara Schüppel
  • 21. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit

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Begegnung mit dem Allmächtigen - und danach?
Begegnung mit dem Allerhöchsten - und danach?

Maria ist tief erschüttert und verwirrt: Jesus, ihr persönlicher Lehrer und Meister, der gottgesandte Wunderheiler und Prophet, ist tot: öffentlich aufs grausamste hingerichtet durch Kreuzigung. Maria hatte den Mut, ihn bis zuletzt zu begleiten. Aber es geschah kein Wunder. Dann folgte in aller Eile die Grablegung wegen des bevorstehenden Feiertages – und jetzt ist das Grab leer. Wo ist Jesus? War Jesus der gottgesandte Messias? Aber wie passt das aktuelle Geschehen damit zusammen? Fragen, Enttäuschung, Zweifel, Trauer, Verwirrung. Maria bleibt stehen, während die beiden Männer wieder zurück zu den anderen laufen. Maria weiß nicht weiter.   

 

Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Während sie nun weinte, beugte sie sich in das Grab hinein. Und sie sieht zwei Engel in glänzenden Gewändern sitzen: einen zu Häupten und einen zu Füßen, wo der Körper Jesu gelegen hatte. Und jene sagen zu ihr: „Frau, warum weinst du?“ Sie sagt zu ihnen: „Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wohin sie ihn gelegt haben.“

Nach diesen Worten wandte sie sich um und sieht Jesus dastehen. Aber sie erkennt nicht, dass es Jesus ist. Jesus sagt zu ihr: „Frau, warum weinst du? Wen suchst du?“ Da sie meint, es sei der Gärtner, sagt sie zu ihm: „Herr, wenn du ihn weggetragen hast, sag mir, wo du ihn hingelegt hast, und ich will ihn holen.“ Jesus sagt zu ihr: „Maria!“ Da wendet sie sich ihm zu und sagt auf Hebräisch: „Rabbuni!“ Das heißt ‚Meister‘. Jesus sagt zu ihr: „Halte mich nicht fest! Denn noch bin ich nicht hinaufgegangen zum Vater. Geh aber zu meinen Brüdern und sag ihnen: ‚Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.‘“

Maria aus Magdala geht und sagt zu den Jüngern: „Ich habe den Herrn gesehen.“ Und sie berichtet ihnen, was er ihr gesagt hat.

Die Bibel, Johannes-Evangelium 20,11-18 (Übersetzung: T. Schüppel, in Anlehnung an ZB 2007)

 

Mich beeindruckt, wie persönlich und liebevoll Jesus der Frau begegnet. Und aufgrund dieser ganz persönlich-privaten Begegnung wird sie plötzlich zu einer Gesandten. Als erster Mensch hat sie den auferstandenen Herrn gesehen. Den anderen Jesus-Nachfolgern bringt sie die großartigste Botschaft aller Zeiten: Jesus lebt. Jesus hat die Trennwand zwischen Gott und Menschen beseitigt. Weil die Sünde weg ist, können Menschen Gott, dem Vater, so begegnen wie Jesus selbst. Auch wenn Maria diese Tragweite des Geschehens vermutlich noch nicht verstand – das bedeutet es doch, wenn Jesus sagt: „Ich gehe zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.“

 

Irgendwie passt der allmächtige Gott das spektakuläre Geschehen ganz schlicht in das Leben einer einfachen Frau ein. Wieder einmal. So ähnlich wie damals vor Jesu Geburt, als eine andere Maria von ihrem ungewöhnlichen Auftrag erfuhr. Oft schreibt Gott Geschichte mit Menschen, von denen man es nicht erwartet. Wer nahm diese Frau schon ernst? Was hatte sie bis dahin von dem Geschehen verstanden? Dennoch macht der Allmächtige sie zu seiner Botin.  

 

Jesus, der Auferstandene, sucht noch immer Gemeinschaft mit Menschen: Wo stehen Sie gerade? Jesus möchte Ihnen begegnen. Sicher verläuft diese Begegnung anders, als damals bei Maria. Gott handelt individuell und passt auch heute spektakuläres Geschehen oft schlicht in unser Leben ein. Mal schickt er Boten, mal spricht er durch sein Wort, mal redet er durch herausfordernde Erlebnisse – seine Kontaktanfragen sind vielfältig und kreativ. Und er wartet auf Ihre persönliche Antwort: Nehmen Sie Gott als Ihren Gott und Vater an? Dann beauftragt er Sie ebenfalls!

(vgl. Lk 24,15-16 und 1Tim 2,4)

 

„Geh und sage meinen Brüdern ...“ sagte Jesus. Er, der Sohn Gottes, bezeichnet Menschen als seine Brüder; er will uns auf Augenhöhe begegnen trotz seiner drastisch überlegenen Position. Weil er alle Menschen erreichen möchte, beauftragt er Boten, die ihn persönlich kennen.

 

Laufen wir los mit unserem Auftrag!

 

Tamara Schüppel

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