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J83 Frieden aufgrund von Vergebung

  • Tamara Schüppel
  • vor 2 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

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Echter Friede öffnet neue Möglichkeiten
Echter Friede öffnet neue Möglichkeiten

Die Jünger sitzen hinter verschlossenen Türen voller Angst und Sorge zusammen. Maria hatte ihnen die Botschaft von Jesus überbracht, aber sie glaubten ihr nicht (vgl. Etappe J82 und Lukas 24,11). In der damaligen Gesellschaft hatte eine Frau aufgrund ihres Geschlechtes weniger Rechte als ein Mann, deshalb durfte sie beispielsweise nicht als Zeugin vor Gericht auftreten. Indem Jesus eine Frau zur ersten Zeugin seiner Auferstehung macht und sie zudem als Botin zu Männern schickt, zeigt er deutlich, was er davon hält. Aber seine Jünger sind fest in der traditionellen Lebensweise verankert und verstehen deshalb weder seine Botschaft noch seine bewusste Missachtung der herkömmlichen Hierarchie. Darum kommt Jesus ihnen liebevoll entgegen:

 

Es war am Abend eben jenes ersten Wochentages - die Jünger hatten dort, wo sie waren, die Türen aus Furcht vor den Juden verschlossen -, da kam Jesus und trat in ihre Mitte, und er sagt zu ihnen: „Friede sei mit euch!“ Und nachdem er dies gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und die Seite; da freuten sich die Jünger, weil sie den Herrn sahen.

Da sagte Jesus noch einmal zu ihnen: „Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.“ Und nachdem er dies gesagt hatte, hauchte er sie an, und er sagt zu ihnen: „Heiligen Geist sollt ihr empfangen! Wem immer ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr sie festhaltet, dem sind sie festgehalten.“

Die Bibel, Johannes-Evangelium 20,19-23 (Übers.: Zürcher Bibel, 2007)

 

Jesus ist auferstanden. Jesus hat den Jüngern vergeben, denn er kommt im Frieden zu denen zurück, die einschliefen, als er sie brauchte, die ihn verließen und verleugneten. Voller Freundlichkeit zeigt er ihnen die Wunden, damit sie begreifen, wen sie lebendig vor sich sehen. Und nun freuen sich die Jünger endlich von Herzen: Sie vertrauen ihm und seinen Worten. Es tut so gut, was sie erleben. Echte Vergebung, echter Friede ist so heilsam.

 

Auf dieser eben genannten Grundlage können wir Jesu folgende Worte verstehen: 

Wie ich – so auch ihr: Geht zu den Leuten, vergebt ihnen, lebt ihnen vor, was das bedeutet. Und wenn sie euch mit meiner Botschaft aufnehmen, dann sind auch diesen Leuten die Sünden vergeben. Laut Jesu Worten gilt aber auch der Umkehrschluss: Wer Gottes Boten den Rücken kehrt, wer sie und Jesu Botschaft ablehnt, der bleibt mit seinen Sünden zurück. Aufgrund dieser bestehenden Sünden wird Gott diejenige Person verurteilen.

 

In unserem Bibeltext geht es um eine hohe Berufung: Wer ist angesprochen?

Diese Jünger hatten kein besonderes Amt, keine besonderen Verdienste. Jesus verhieß ihnen den Heiligen Geist und zuvor hatten sie Jesus ganz bewusst aufgenommen. Aufgrund dieser Tatsachen sendet Jesus sie. Wie wir aus der Schilderung des Geschehens im Lukas-Evangelium erkennen, waren hier nicht nur die 11 Apostel beisammen (vgl. Lukas 24,36). Der Begriff „Jünger“ beinhaltet offensichtlich auch Menschen, die bisher nicht besonders erwähnt wurden wie beispielsweise die Emmaus-Jünger.

Jesus sendet seine Nachfolger (vgl. Lukas 10,1-12 und 16). Dieser Auftrag mit dieser besonderen Autorisierung gilt bis heute jedem Christen. Ungewöhnlich? Ja. – Genau so ungewöhnlich wie Jesu betonte Gleichrangigkeit der Geschlechter in der damaligen Gesellschaft: eine Frau als erste Zeugin der Auferstehung und als autorisierte Botin für Männer. 

 

Wo schränkt unsere persönliche Prägung das Verständnis für Gottes gute Weisung ein?

 

Angesichts eines solchen Auftrages von unserem Rettergott, angesichts seines Vertrauens müssen wir uns fragen: Wollen wir Gottes neue Möglichkeiten nutzen, um entsprechend dieses hohen Auftrages zu leben? Wollen wir aufgrund der Vergebung, die wir von Gott erfahren haben, auch andern vergeben? Sind wir bereit, auf jede Form von Rache zu verzichten und stattdessen Böses mit Gutem zu vergelten?

 

Gestatten sie mir an dieser Stelle eine Anmerkung für gottgesandte Boten:

Jesus macht deutlich, dass wir unserem Nächsten Gottes Botschaft und Vergebung nicht hinterherwerfen müssen. Er schützt seine Boten vor Missbrauch ihres guten Willens, indem er an anderer Stelle sagt: „Wenn man euch nicht aufnimmt und eure Worte nicht hören will, dann geht fort ...“ Matthäus 10,14

Dennoch kann es passieren, dass wir bei der Erfüllung unseres Auftrages tief verletzt werden. Geben wir Bitterkeit und Frust immer wieder bei unserem Auftraggeber ab. Er hat versprochen, für Gerechtigkeit zu sorgen. Vertrauen wir ihm, dass er uns über Bitterkeit und Hass hinwegführen wird, wenn wir konsequent auf ihn schauen. Vertrauen wir ihm, dem allmächtigen und liebevollen Herrn, dass er sogar unsere Schmerzen zu Gutem mit Ewigkeitswert umgestalten wird. Nur so bleiben wir authentische Boten unseres Rettergottes.

 

Tamara Schüppel

 

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