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J86 Motiviert! Ohne Leistungsdruck?

  • vor 15 Stunden
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Wem Jesus verantwortliche Aufgaben gibt
Wem Jesus verantwortliche Aufgaben gibt und wie er mit Versagern umgeht

Simon Petrus war ein aufrichtiger Jünger, der von ganzem Herzen Jesus folgen wollte. Sein temperamentvolles Wesen hatte ihn oft in den Blickpunkt gerückt, denn seine Erkenntnisse und Gefühle brachte er meist schnell und deutlich zum Ausdruck. Zugleich war er treu und ausdauernd in seiner Jesus-Nachfolge. Jesus hatte angekündigt, ihm große und verantwortliche Aufgaben zu übertragen und Simon Petrus wollte sich dieser Ehre würdig erweisen.

 

Aber dann geschah das Furchtbare: Jesus wurde gefangen genommen. Nun waren auch seine engen Freunde ernsthaft in Gefahr. Trotzdem hatte Simon Petrus versucht, seinem Herrn heimlich zu folgen bis in das Haus, wo Jesus verhört wurde. Plötzlich erkannte ihn jemand. Unter diesem hohen Druck hatte Simon Petrus seinen Herrn und Meister gleich dreimal hintereinander verleugnet. Er bekräftigte seine Falschaussagen mit Fluch und Schwur. Wenig später wurde ihm sein Versagen bewusst und er weinte bitterlich darüber.

 

Nach Jesu Auferstehung ist Simon Petrus dabei, als Jesus sich den Jüngern zeigt. Auch ihm gilt der Friedensgruß, das hat Simon Petrus verstanden. Während jenes Fischfanges, als Johannes sagt, dass Jesus am Ufer steht, wirft er sich sofort in den See. Sucht er vielleicht noch ein klärendes Gespräch mit Jesus? Zunächst frühstücken alle gemeinsam. Danach ergreift Jesus die Initiative zu einem vertrauensvollen Gespräch:  

 

Als sie nun gegessen haben, sagt Jesus zu Simon Petrus: „Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr, als diese mich lieben?“ Er sagt zu ihm: „Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebhabe.“ Er sagt zu ihm: „Weide meine Lämmer!“

Und er sagt ein zweites Mal zu ihm: „Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich?“ Der sagt zu ihm: „Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebhabe.“ Er sagt zu ihm: „Hüte meine Schafe!“

Er sagt zum dritten Mal zu ihm: „Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb?“ Petrus wurde traurig, weil er zum dritten Mal zu ihm sagte: „Hast du mich lieb?“, und er sagt zu ihm: „Herr, du weißt alles, du siehst doch, dass ich dich liebhabe.“ Jesus sagt zu ihm: „Weide meine Schafe!  Amen, amen, ich sage dir: Als du jünger warst, hast du dich selber gegürtet und bist gegangen, wohin du wolltest. Wenn du aber älter wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und führen, wohin du nicht willst.“

Das aber sagte er, um anzudeuten, durch welchen Tod er Gott verherrlichen werde. Und nachdem er dies gesagt hatte, sagte er zu ihm: „Folge mir!“

Die Bibel, Johannes-Evangelium 21,15-19 (Übersetzung: Zürcher Bibel 2007)

 

Dreimal fragt Jesus und Simon Petrus fühlt sich mit seinem Versagen konfrontiert. Dreimal antwortet Simon Petrus ehrlich. Er redet sich nicht heraus; er versucht auch nicht, sich zu rechtfertigen, indem er sich und seine Liebe zu Jesus mit anderen vergleicht. Simon Petrus steht zu seiner Schuld, seine Tat schmerzt ihn tief. Deshalb wird er traurig, als Jesus ihn zum dritten Mal fragt. Ist das Vertrauensverhältnis zu seinem Herrn und Gott wirklich noch zu heilen? Schon damals, als Jesus ihn in seine Nachfolge rief, fühlte er sich unpassend für die Nähe des heiligen Jesus (vgl. Lukas 5,8). Seiner eigenen Unzulänglichkeit bewusst, bat er Jesus noch beim letzten Abendmahl um Reinigung. Jesus hatte ihm diese zugesichert. Aber danach war er so kläglich gescheitert.


Jesus möchte den Jünger durch seine wiederholte Frage aus dessen Denkschema herausholen: Er fragt Simon Petrus immer wieder nach dessen tiefsten Beweggründen. Dabei spricht er ihn mit seinem Geburtsnamen an, nicht mit der Dienstbezeichnung „Petrus – Fels“. Früher hatte Jesus ihm den Namen Petrus gegeben, um zu verdeutlichen, dass Petrus fest wie ein Fels stehen und ein Begründer von Jesu Gemeinde werden sollte. Seine menschliche Standhaftigkeit reichte dafür offensichtlich nicht aus, das begriff Simon Petrus nun beschämt. Demgegenüber macht Jesus ihm und uns deutlich:

 

Die wichtigste Voraussetzung für verantwortungsvolle Mitarbeit in Gottes Reich ist die Liebe zu Jesus. Nicht die strenge Gesetzeserfüllung, nicht das mühevolle, disziplinierte „Richtig-Tun“ mit vorprogrammierten Schandflecken in der perfekten Lebensführung.  (vgl. dazu ►Etappe J61)  

 

Jesus möchte Simon Petrus und uns vom Leistungsdruck befreien: Es gab und gibt Schandflecken in unserer Lebensführung, leider. Jesus hat unsere Schuld übernommen und die Strafe bezahlt. Was jetzt bei Gott zählt, ist unsere aufrichtige Liebe zu Jesus, unserem Retter. Deshalb gibt er dem reuevollen Versager Simon Petrus verantwortliche Personalführungsaufgaben! So zeigt der auferstandene Herr seine Liebe und sein Vertrauen zu Simon Petrus. Trotz allem.

 

Im Anschluss an diese Lerneinheit kündigt Jesus seinem Jünger schwierigste Lebensumstände an: Simon Petrus starb vermutlich als Märtyrer. Jesus nimmt ihm nicht die Last eines schwierigen Lebens ab. Aber er bereitet seinen Verantwortungsträger vor, damit er unter Druck nicht scheitert und stattdessen gute Entscheidungen treffen kann.

 

Jesus ist und bleibt der auferstandene Herr, der vergibt und liebt, wo wir versagen, der uns trotz allem zur Mitarbeit in seinem Reich ruft:

Wie gestalten wir unsere aufrichtige Liebe zu Jesus?

 

Tamara Schüppel

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