J84 An Jesus glauben – eine sichere Grundlage?!
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Glauben – das ist viel mehr als ein „Für-Wahr-halten“. Das griechische Wort kann man auch mit „vertrauen“ übersetzen. Wenn Jesus von „glauben“ spricht, dann meint er eine kontinuierliche Haltung. Glaube in diesem Sinn ist untrennbar mit einer Person verbunden: Glaube an Jesus, Glaube an Gott. Dieser Glaube ist keine subjektiv erträumte Möglichkeit, sondern eine objektive Grundlage. So finden wir Glauben in der Bibel beschrieben: „Der Glaube aber ist die Grundlegung dessen, was man erhofft, der Beweis für Dinge, die man nicht sieht.“ Hebräer 11,1
Hinweise auf den Schöpfergott können wir überall finden: In Natur, Wissenschaft und sogar in unserem Gewissen. Aber wie kommen Menschen in unserer Zeit zu einem solch festen Glauben, so sicher wie ein mathematischer Beweis? Schauen wir uns zunächst an, wie Jesus einem Zweifler begegnete:
Thomas aber, einer der Zwölf, der auch Didymus genannt wird, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Da sagten die anderen Jünger zu ihm: „Wir haben den Herrn gesehen.“ Er aber sagte zu ihnen: „Wenn ich nicht das Mal der Nägel an seinen Händen sehe und nicht meinen Finger in das Mal der Nägel und meine Hand in seine Seite legen kann, werde ich nicht glauben.“
Nach acht Tagen waren seine Jünger wieder drinnen, und Thomas war mit ihnen. Jesus kam, obwohl die Türen verschlossen waren, und er trat in ihre Mitte und sprach: „Friede sei mit euch!“ Dann sagt er zu Thomas: „Leg deinen Finger hierher und schau meine Hände an, und streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!“ Thomas antwortete und sagte zu ihm: „Mein Herr und mein Gott!“ Jesus sagt zu ihm: „Weil du mich gesehen hast, glaubst du? Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“
Noch viele andere Zeichen hat Jesus vor den Augen seiner Jünger getan, die in diesem Buch nicht aufgeschrieben sind. Diese hier aber sind aufgeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und dadurch, dass ihr glaubt, Leben habt in seinem Namen.
Die Bibel, Johannes-Evangelium 20,24-31 (Übersetzung: Zürcher Bibel 2007, Vers 29: T. Schüppel)
Thomas stand mit beiden Beinen im Leben: Was die anderen Jünger gesehen hatten, das konnte er nicht glauben. Trotzdem blieb er offen und wollte die Wahrheit selbst herausfinden. Er rannte nicht überheblich weg, sondern traf sich wieder mit den anderen Jesus-Nachfolgern. – Wenn wir nicht glauben können: Wir können offen bleiben für Gottes Reden!
Oft wird vom „ungläubigen Thomas“ gesprochen – aber der war nicht ungläubiger als seine Freunde: Maria konnte es nicht glauben, deshalb kam Jesus ihr liebevoll zu Hilfe. Sie lief als Botin los, die anderen Jünger glaubten ihr jedoch nicht. Jesus kam persönlich zu ihnen. Thomas war nicht dabei, auch er kann das nicht glauben. Und Jesus begegnet ihm ebenfalls. Thomas sieht Jesus; er kann ihn anfassen und mit ihm sprechen. Damit ist für ihn bewiesen, dass Jesus tatsächlich echt ist, dass die Auferstehung eine Tatsache ist. Thomas weiß auf einmal ganz sicher, dass Jesus Gott ist. Jesus bestätigt diese Wahrheit stillschweigend. Weil Thomas jetzt an Jesus glaubt, erkennt er Zusammenhänge, die er zuvor nicht verstand.
Damals kümmerte sich Jesus persönlich darum, dass seine Jünger glauben KONNTEN. – Heute sehen wir Jesus nicht vor Augen, wir können ihn nicht anfassen und auch nicht auf diese Weise mit ihm sprechen. Seine Existenz ist mit unseren Mitteln nicht beweisbar. Lässt Jesus uns heute im Unklaren? Wenn Glaube keine subjektiv erträumte Möglichkeit ist, wenn Glaube wirklich eine objektive Grundlage ist, die Gott uns schenkt: Wie kommen wir zu diesem Glauben?
Glaube ist auch heute ein Geschenk von Gott:
Wir können uns aufgrund von Hinweisen auf die Suche nach der Wahrheit machen. – Oder wir können von vornherein festlegen, dass nicht sein kann, was wir nicht sehen. Aus wissenschaftlicher Sicht ist letzteres ein destruktives Verhalten: Wissenschaftler müssen offen bleiben für Möglichkeiten, die sie noch nicht kennen. Aus Gottes Sicht ist die bewusste Festlegung, ohne Gott zu leben, eine Zielverfehlung: Wir kommen nie bei Gott an und müssen mit ewigen Konsequenzen rechnen.
Bleiben wir jedoch offen wie Thomas, dann kommt Jesus uns auch heute freundlich entgegen. Die Art und Weise ist sehr individuell: Lassen Sie sich von Gott überraschen, Sie werden wissen, wenn er mit Ihnen spricht.
Als Thomas die Wahrheit begriff, sagte er spontan aus tiefster Überzeugung: „Mein Herr und mein Gott!“ Thomas ließ sich und seine Überzeugungen von Gott umkrempeln. – Wir sind selbst verantwortlich, wie wir auf Gottes Reden reagieren. Jesus zwingt uns nicht. Wenn wir offen auf Gottes Reden reagieren, geht er mit uns Schritt für Schritt in eine gute Richtung. Mancher erlebt dieses „zum Glauben kommen“ wie eine Momentaufnahme, andere erleben es als Prozess.
All diese Zeichen, die Augenzeugenberichte, sind aufgeschrieben, damit wir glauben KÖNNEN. Das schreibt Johannes, der Verfasser. Denn Jesus möchte uns Glauben schenken, damit wir ewiges Leben haben. Deshalb können wir Gottes Wort lesen und darauf warten, dass Jesus zu uns spricht, dass uns sein Wort ganz persönlich trifft.
Vergleichen Sie gern weitere Etappen zu diesem umfassenden Thema: ►J34 sowie ►J18, ►J36, ►J39.
Wichtig ist das Ziel, auf das Glaubende aktiv zulaufen: Jesus sagt, dass wir aufgrund von Glauben selig werden. Selig - das griechische Wort bezeichnet das unübertreffliche Glück in der Vollkommenheit bei Gott.
Kommen Sie mit?
Tamara Schüppel



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