Suche

R41 Gott – eine achtunggebietende Autorität

Hören Sie diesen Beitrag im Podcast.

Sie können auch parallel mitlesen.


Gott - eine achtunggebietende Autorität
Gott - eine achtunggebietende Autorität

Weil wir seine Größe kaum ansatzweise erfassen können, kommen wir häufig zu falschen Schlüssen über Gott und seine Gedanken. Im Zusammenhang mit Etappe R40 fragen wir heute aus einem anderen Blickwinkel: Weshalb erwählt Gott einige Menschen und bevorzugt sie scheinbar?


Heißt das nun, dass Gott ungerecht ist? Auf keinen Fall! Er sagte ja zu Mose: „Ich schenke mein Erbarmen dem, über den ich mich erbarmen will, und mein Mitleid dem, den ich bemitleiden will.“ a) Es kommt also nicht auf das Wollen und Bemühen eines Menschen an, sondern allein auf Gott und sein Erbarmen. Denn die Schrift sagt zum Pharao: „Gerade deshalb habe ich dich als Herrscher auftreten lassen, um dir meine Macht zu demonstrieren und meinen Namen in der ganzen Welt bekannt zu machen.“ b) Wir sehen also: Gott handelt ganz nach seinem Ermessen: über den einen erbarmt er sich, den anderen lässt er starrsinnig sein.

Die Bibel, Römer 9, 14-18

Zitatangabe Bibel: Benutzen Sie gern die Erläuterungen im Bibel-Navigator.


Menschliche Eigenleistung und eine Bewerbung helfen nicht als Eintrittskarte bei Gott. Es hängt alles von Gottes Erbarmen ab. Leider denken wir bei dieser Auswahl Gottes fast zwangsläufig an Willkür. Aber warum unterstellen wir Gott Erbarmungslosigkeit und ungerechte Willkür? Wir lesen weiter:


Nun wirst du einwenden: „Wie kann er uns dann noch Vorwürfe machen? Es kann sich doch niemand seinem Willen widersetzen!“ So? Wer bist du eigentlich? Du Mensch willst anfangen, mit Gott zu streiten? Sagt das Werk denn zu seinem Meister: „Warum hast du mich so gemacht?“ Ist der Töpfer nicht Herr über den Ton und kann aus derselben Masse ein Gefäß für die Festtafel machen und ein anderes für den Abfall?

Römer 9, 19-21


Der Text verdeutlicht die grundsätzliche Hierarchie zwischen Schöpfer und Geschöpf. Selbstverständlich kann Gott, der Schöpfer, souverän entscheiden; er ist keinem seiner Geschöpfe dafür Rechenschaft schuldig. Gott lässt sich von Menschen nicht kommandieren. Der Versuch wäre überheblich, geradezu lächerlich anmaßend.


Und was sagst du dazu, dass Gott die Gefäße, die zur Vernichtung in seinem Zorngericht bereitgestellt sind, mit großer Geduld erträgt? Er will zwar, dass sie seinen Zorn und seine Macht zu spüren bekommen, andererseits will er aber auch an den Gefäßen, die er in seinem Erbarmen zur Herrlichkeit vorherbestimmt hat, zeigen, wie unerschöpflich reich seine Herrlichkeit ist. Das sind nämlich wir, die er nicht nur aus dem jüdischen Volk, sondern auch aus anderen Völkern berufen hat.

Das hat er schon durch den Propheten Hosea angekündigt: „Ich werde als mein Volk berufen, was nicht mein Volk war, und als geliebte Frau die, die nicht geliebt war.“ c) „Gerade dort, wo zu ihnen gesagt wurde: ‚Ihr seid nicht mein Volk‘, werden sie ‚Kinder des lebendigen Gottes‘ genannt werden.“ d) Und Jesaja ruft über Israel aus: „Selbst wenn es Israeliten gäbe wie Sand am Meer, nur ein Rest von ihnen wird gerettet werden. Denn der Herr wird auf der Erde handeln. Er wird sein Wort einlösen und es rasch durchsetzen.“ e) Es ist so, wie Jesaja an anderer Stelle vorausgesagt hat: „Hätte der Herr, der allmächtige Gott, nicht einen Rest von unserem Volk übriggelassen, so wäre es uns wie Sodom und Gomorra ergangen.“ f)

Was heißt das nun? Menschen aus allen Völkern sind vor Gott gerecht geworden, ohne sich darum bemüht zu haben. Sie haben die Gerechtigkeit erhalten, die aus dem Glauben kommt. Das Volk Israel aber, das durch das Gesetz gerecht werden wollte, hat das Ziel des Gesetzes nicht erreicht. Und warum nicht? Weil sie meinten, es durch ihre eigenen Leistungen zu erreichen und nicht durch den Glauben. Sie haben sich am „Stein des Anstoßes“ gestoßen, von dem geschrieben steht: „Seht her, ich lege in Zion einen Grundstein, an dem man sich stoßen wird, einen Felsblock, an dem man zu Fall kommt. Doch wer ihm vertraut, wird nicht enttäuscht werden.“ g)

Römer 9, 22-33


Die scheinbar Bevorzugten sind nicht Gottes endgültige Wahl. Seine Auswahl ist abhängig von der Antwort der Menschen auf sein Angebot. Das erfahren wir am Beispiel Israels. Gegen selbstgerechte und hochmütige Menschen zeigt Gott sich unnachgiebig und hart. Er demonstriert seine Macht gegen jeden, der sich ihm, dem allmächtigen Schöpfer, widersetzt. Gott ist kein allversöhnender Strohmann ohne Durchsetzungsvermögen. Gott ist eine achtunggebietende Autorität. Er warnt uns vor seinem gerechten Zorn.


Rechtsstreit gegen Gott bringt uns nicht weiter. Menschliche Eigenleistung ist wertlos als Eintrittskarte. Welche Chance haben wir beim achtunggebietenden Gott? – Es hängt alles von Gottes Erbarmen ab! Gott sei Dank: Gottes gesamte Persönlichkeit strahlt von Gnade und Barmherzigkeit (vgl. Exodus 34,6)! Wenn wir Jesus vertrauen, können wir dem allmächtigen Herrscher über Himmel und Erde dankbar und staunend gegenübertreten. Jesus enttäuscht uns nicht.


Tamara Schüppel

Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung Zur Etappenübersicht Römerbrief


Hinweis: Die Zitatangaben im Bibeltext des Römerbriefes beziehen sich auf Bibeltexte im Alten Testament. Zum besseren Verständnis können Sie hier nachlesen:

a) Exodus 33,19

b) Exodus 9,16

c) Hosea 2,25

d) Hosea 2,1

e) Jesaja 10,22-23

f) Jesaja 1,9 nach der LXX zitiert

g) Jesaja 8,14; 28,16