H05 Ist Zielverfehlung möglich?
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Wenn Jesus Gott ist, dann hat sein Wort existenzielle Bedeutung für uns. Kommen Sie gern mit, ich möchte genau hinhören und verantwortlich damit leben.
Zu Beginn des Hebräerbriefes wurde uns die erhabene Größe von Jesus vorgestellt. [a] Der Vergleich mit den Engeln bekräftigte dies nochmals. [b] Im Folgenden formuliert der Schreiber des Bibeltextes das Fazit aus diesen Erkenntnissen:
Darum sollen wir erst recht auf das Gehörte achten, damit wir nicht am Ziel vorbeitreiben.
Hat sich nun das durch Engel gesprochene Wort als gültig erwiesen und hat jede Übertretung und jeder Ungehorsam gerechten Lohn empfangen, wie werden dann wir entrinnen, wenn wir so großes Heil missachten? Dieses nahm seinen Anfang mit der Verkündigung durch den Herrn und wurde uns von denen, die sie hörten, verlässlich weitergegeben und zugleich von Gott bestätigt durch Zeichen und Wunder und vielerlei machtvolle Taten und Gaben, die der Heilige Geist nach seinem Willen austeilt.
Die Bibel, Brief an die Hebräer 2,1-4 (Übersetzung: Zürcher Bibel 2007)
Weil Gott Kontakt mit Menschen wollte, schloss er den Bund im Alten Testament.
Das „durch Engel gesprochene Wort“ war von Gott selbst verfasst und wurde durch Engel übermittelt. [c] Wer diesen Bund, also Gottes Wort, missachtete, wurde strafrechtlich zur Verantwortung gezogen. Aber wie kann ein Mensch gerecht vor Gott werden? Schon damals mussten Menschen darauf vertrauen, dass Gott eine Lösung finden würde.
Gott hatte den Neuen Bund bereits vor dem Sündenfall geplant.
Jesus, der Sohn Gottes, verließ freiwillig seine göttliche Herrlichkeit. Er wurde Mensch und nahm unsere Schuld stellvertretend auf sich. Aus diesem Grund starb er am Kreuz. Weil Jesus jedoch sündlos war, erstand er am 3. Tag vom Tod auf. Nun dürfen seine Nachfolger in den Neuen Bund mit Gott eintreten. Dieser Bund steht für unmittelbare Verbindung zu Gott, weil Jesus die Schuldfrage endgültig geklärt hat.
Durch Jesus selbst und durch die Apostel, die uns den Neuen Bund im Neuen Testament erklärten, lernen wir Gott viel näher kennen, als es für alttestamentliche Gläubige möglich war. Deshalb geschahen zu Beginn, während das Neue Testament entstand, besonders viele Wunder und Zeichen. Menschen sollten Gewissheit bekommen, dass hier etwas Neues begann – Neues, das Gott selbst veranlasst hat.
Wenn wir seine Rettung annehmen, dann gibt Jesus jedem von uns gern seinen Heiligen Geist. So sind Christen überall auf der Welt unmittelbar mit Gott verbunden. Gottes Wort, die Bibel, bleibt ein zentraler Punkt in dieser Gottesbeziehung.
Wir Christen sollen unser großes Vorrecht gegenüber den alttestamentlichen Gläubigen wertschätzen. Denn Ungehorsam gegenüber diesem direkt gesprochenen Wort Gottes – also den neutestamentlichen Schriften – wiegt noch schwerer, sagt der Schreiber des Hebräerbriefes.
Achtung: Zielverfehlung ist möglich.
In Gottes Wort fehlt das hinterhältige Kleingedruckte, das wir bei Vertragsabschlüssen oft zu spät sehen. Klar und direkt sind hier die Konsequenzen beschrieben: Wenn Jesus der hoch erhabene Schöpfergott ist, dann sind seine Worte für uns lebensentscheidend. Wer nicht hinhört, läuft Gefahr, das Ziel zu verfehlen.
Die ersten Leser des Hebräerbriefes waren Christen, die wegen Jesus um ihr Leben fürchten mussten. Dennoch erhalten sie diese ernste Warnung: Ohne Jesus keine Rettung! Es ist für Christen möglich, am Ziel vorbeizutreiben. Denn Gottes Rettungsangebot ist kein Versicherungsschein, der nur im Notfall aktiviert wird. Jesus ist nicht unser Dienstleister, sondern der Achtung gebietende Retter, der sich kontinuierliche Beziehung zu uns wünscht. Wir dürfen Jesus nicht leichtfertig den Rücken kehren. Diese Aussage finden wir auch an anderen Stellen in der Bibel bestätigt. [d]
Jedoch liegt es Gott fern, Christen mit Unsicherheit zu quälen. Im Gegenteil: Jesus ist persönlich an unserem Heil interessiert, denn er liebt uns Menschen. [e] Wenn wir auf dem Weg mit Jesus versagen, dürfen wir immer wieder zu ihm umkehren. Unser liebevoller Retter wartet darauf, uns seine Vergebung schenken zu dürfen. Aber er lässt sich nicht als Notnagel missbrauchen. Jesus kennt unsere innere Haltung und beurteilt uns entsprechend.
Achtgeben, was Jesus sagt - das beinhaltet verantwortliche Entscheidungen.
Genau hinhören, was Jesus konkret von mir möchte – das kann man üben. Wir sind dabei abhängig von Gottes gutem Geist und seinem Wort. Wir sind nicht in erster Linie davon abhängig, was Pfarrer, Pastoren oder andere Christen sagen. Es gibt Menschen, die Gott besonders begabt, damit sie andere in ihrer Gottesbeziehung voranbringen können. Und letztlich dürfen wir alle einander helfen. Ziel ist jedoch immer Ihre und meine unmittelbare Verbindung zu Jesus.
Gehen Sie verantwortliche Schritte:
Wer sollte in Ihrem Umfeld von diesen lebenswichtigen Zusammenhängen erfahren?
Wenn Sie (besser) lernen wollen, wie man Gottes Reden hört: Kennen Sie jemanden, der selbst eine aktive Jesus-Beziehung hat? Könnte diese Person Ihnen dabei helfen?
Tamara Schüppel
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Anmerkungen
[a] Vergleiche ►Etappe H02; Hebräer 1,1-4
[b] Vergleiche ►Etappe H04; Hebräer 1,5-14
[c] So auch in Apostelgeschichte 7,53 beschrieben; vergleiche dazu Exodus 23,20
[d] Vergleiche Philipper 2,12b und Offenbarung 3,16
[e] Vergleiche Johannes 3,16-17



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