H08 Ewiges Leben – eine realistische Zukunftsoption?
Sie können auch parallel mitlesen.

Hoffnung auf ewiges Leben – wenn wir nicht grandios damit scheitern wollen, dann müssen wir den gut kennen, der das verspricht: Wer gibt uns Hoffnung? Wer verspricht, dass diese Zukunftsoption realistisch ist?
Jesus verlangt keine naive Gutgläubigkeit. Er möchte, dass wir ihn immer besser kennen-lernen, damit wir ihm vertrauen können. Das ist Glaube im biblischen Sinn: Das griechische Wort im Grundtext der neutestamentlichen Schriften kann man auch mit Vertrauen übersetzen. Und das ist einer der Schwer-punkte des Briefes an die Hebräer: Unser Glaube an Jesus soll Belastungen standhalten können, unsere Jesus-Beziehung soll tragfähig werden. Nutzen wir unsere Möglichkeiten, um Jesus durch folgenden Bibeltext besser kennenzulernen. Wir können konkrete Schritte mit Jesus in unserem Alltag gehen. Dadurch wird unsere Gottesbeziehung Stück für Stück fester und tiefer. Machen wir uns an die Arbeit:
1 Darum, heilige Brüder und Schwestern, die ihr teilhabt an der himmlischen Berufung,
schaut auf den Gesandten und Hohen Priester, von dem unser Bekenntnis spricht,
Jesus,
2 der treu war dem, der ihn erschaffen hat, wie auch Mose treu war in Gottes Haus.
3 Denn er ist größerer Herrlichkeit gewürdigt worden als Mose, wie denn auch
dem Erbauer eines Hauses größere Ehre zukommt als dem Haus.
4 Jedes Haus wird ja von jemandem erbaut; der aber alles erbaut hat, ist Gott.
5 Mose war treu im ganzen Haus Gottes als Diener, um zu bezeugen, was dereinst
gesprochen werden sollte,
6 Christus dagegen war treu über das Haus Gottes als Sohn; sein Haus aber sind wir,
wenn wir festhalten am Freimut und am Stolz, den die Hoffnung uns gewährt.
Die Bibel, Brief an die Hebräer 3,1-6 (Übersetzung: Zürcher Bibel 2007)
Der Text klingt zunächst herausfordernd. Es lohnt sich, mehrfach in verschiedenen Übersetzungen zu lesen und betend darüber nachzudenken.
Ich habe einige Anregungen und Erläuterungen für Sie notiert. Beginnen wir mit Vers 1:
Wer mit Jesus in Beziehung steht, ist von ihm geheiligt. Nur der sündlose Jesus konnte unsere Sünde durch seine Schuldübernahme und Sühne ausgleichen. Deshalb ist ohne Jesus keine Gottesbeziehung möglich. Wer dieses Geschenk der Heiligung annimmt, den macht Jesus zum Teilhaber: Gottes himmlische Berufung ist Ziel und Auftrag zugleich. Jesus ist Gottes Sohn, deshalb hat er die Macht, eine Berufung auszusprechen, die unser Leben nach dem Tod betrifft. Bezogen auf den vorangegangenen Text wird Jesus hier als von Gott Gesandter und als Hoher Priester bezeichnet. Damit beschäftigten wir uns beispielsweise in Etappe ►H07. – Sind Sie Teilhaber an Jesu Berufung? Dann können Sie auch öffentlich dazu stehen; dann spricht auch Ihr Bekenntnis von Jesus.
Wenden wir uns den folgenden Versen zu:
Die Erstleser dieses Briefes verehrten Mose als den von Gott gesandten Führer, der ihr Volk aus der Sklaverei in Ägypten herausführte. Das lag zu jenem Zeitpunkt schon 1.500 Jahre zurück. Mose kam seinem Auftrag treu nach, trotz vieler Schwierigkeiten und Hindernissen. Deshalb wird Jesus mit ihm verglichen.
Jedoch war Mose ein Diener – ein Mensch, der von Gott beauftragt war. Auch Jesus war von Gott gesandt; aber gleichzeitig ist er Gott selbst. Das Haus symbolisiert Menschen, die Gott zugewandt leben. Dazu gehört letztlich auch Mose. Der Erbauer dieses Hauses ist Jesus, weil er die Voraussetzungen schuf, damit Gottesbeziehung möglich wird. Offensichtlich gilt Jesu Rettung auch rückwirkend für die Menschen des Alten Bundes. In Moses Schriften lesen wir von Tieropfern, die Gott angeordnet hatte. Die Menschen wussten, dass diese Tieropfer nur Sinnbilder auf ein folgendes, endgültiges Opfer sind. Obwohl Jesus viele übernatürliche Zeichen tat, waren nur wenige Menschen bereit, ihn als den von Gott versprochenen Retter anzuerkennen.
Der letzte Teil unseres Bibeltextes enthält eine Bedingung:
Sind wir bereit, Jesus anzuerkennen? Erfüllt uns die Hoffnung, die Jesus uns schenkt, mit Freude und Stolz? Manchmal umgibt uns so viel Dunkelheit, dass wir keine Freude empfinden und sich Zweifel einschleichen. Halten wir dennoch an Jesus fest? Jesu Taten zeigen sein vertrauenswürdiges Wesen. Während der Böse uns hinterhältig versklavt, befreit uns Jesus zu echter Entscheidung. Er zwingt uns nicht, sondern eröffnet Angebote. Wer an Jesus festhält, dem gilt sein Versprechen: Ewiges Leben mit Gott in seiner herrlichen Gegenwart. Deshalb können wir mitten in Bedrängnis zuversichtlich leben.
Nehmen wir uns Zeit für folgende Anregungen:
Jesus freut sich, wenn wir mit ihm sprechen. Ich möchte Jesus sagen, wie viel mir sein Geschenk bedeutet. Ich werde mir Zeit nehmen, um Jesus meine Wertschätzung und meinen Dank auszudrücken.
Ich will meinen Worten konkrete Taten folgen lassen: Wie zeigt sich, dass ich zielorientiert entsprechend meiner Berufung lebe? Was werde ich ändern oder gegebenenfalls neu ausrichten?
Tamara Schüppel
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