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R28 In Freiheit leben

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In Freiheit leben
In Freiheit leben

Manche Menschen behaupten, Christ zu sein und fühlen sich mit Taufschein, Kirchenzugehörigkeit und gelegentlichem Gottesdienstbesuch abgesichert. Aber sie sind konsequent ohne Gott unterwegs. Gottes Maßstäbe nennen sie veraltet, Jesus als Bezugsperson im Alltag kennen sie nicht. Ist Freiheit von Gottes Maßstäben erstrebenswert?


Heißt das nun, dass wir einfach weiter sündigen, weil wir nicht mehr unter der Herrschaft des Gesetzes, sondern unter der Gnade stehen? Auf keinen Fall! Überlegt doch einmal: Wenn ihr euch jemand unterstellt und als Sklaven zum Gehorsam verpflichtet, dann seid ihr damit seine Sklaven. Entweder ihr seid Sklaven der Sünde, dann wird euch das zum Tod führen, oder ihr gehorcht Gott und werdet zur Gerechtigkeit geführt. Aber Gott sei Dank: Ihr, als frühere Sklaven der Sünde, gehorcht jetzt von Herzen der Lehre, von der ihr inzwischen geprägt worden seid. Von der Sünde befreit seid ihr nun in den Dienst der Gerechtigkeit gestellt.


Ich gebrauche das Bild vom Sklavendienst, damit ihr versteht, was ich meine. Früher hattet ihr eure Glieder in den Sklavendienst von Unmoral und Zügellosigkeit gestellt und führtet ein Leben gegen Gottes Gesetz. Jetzt sollt ihr eure Glieder in den Dienst der Gerechtigkeit stellen, was euch zu einem Leben in Übereinstimmung mit Gott führt. Als ihr Sklaven der Sünde wart, wart ihr von jeder Gerechtigkeit frei. Und was kam dabei heraus? Ihr habt Dinge getan, für die ihr euch jetzt schämt und die euch letztlich nur den Tod gebracht hätten. Aber jetzt seid ihr vom Dienst der Sünde befreit und Sklaven Gottes geworden. Das bringt euch den Gewinn eines geheiligten Lebens und im Endergebnis das ewige Leben. Denn der Lohn, den die Sünde ihren Sklaven zahlt, ist der Tod; das Gnadengeschenk Gottes aber ist das ewige Leben in Jesus Christus, unserem Herrn.

Die Bibel, Römer 6,15-23

Zitatangabe Bibel: Benutzen Sie gern die Erläuterungen im Bibel-Navigator.


Es geht um Freiheit und Versklavung. Die Christen in Rom lebten vor 2000 Jahren Freiheit als kontinuierliche Lebensaufgabe. Was ist eigentlich Freiheit?


Hilfreich finde ich eine Erklärung im Politik-Lexikon¹, die ich hier auszugsweise wiedergebe: „Zu unterscheiden sind zwei miteinander verbundene Deutungen a) die Freiheit von etwas und b) die Freiheit für etwas.“ Freiheit bezeichnet also die Abwesenheit von Zwang, um eigenständig Verantwortung für etwas zu übernehmen und dies praktisch zu tun oder zu unterlassen.


Genau das beschreibt unser Bibeltext: Durch Jesus können wir frei werden von Sünde, damit wir für Gottes Gerechtigkeit leben können. Es ist widersinnig, die Freiheit von der Sünde als Geschenk anzunehmen, um danach weiter für die Sünde zu leben.


Die Sünde trennt uns von Gott. Jesus befreit uns davon, damit wir verantwortungsvoll in dieser neuen Freiheit leben. Wir laufen los, um unsere neue Lebenswirklichkeit in Besitz zu nehmen. Wir leben kontinuierlich mit Jesus für neue Ziele, denn zu Gott gehört alles wahrhaft Gute. Wer ihm nicht freiwillig gehorchen will, der ist folgerichtig zu einem finsteren Ziel unterwegs: Zur furchtbaren Gottesferne (vgl. Etappe R22).


Welche Freiheit wollen Sie leben: Die Freiheit von Sünde oder die Freiheit von Gott und seiner Gerechtigkeit?


Ihre theoretische Entscheidung reicht noch nicht aus:

Harmoniert Ihr Lebenstraum mit Gottes Zielen? Wofür wollen Sie diese Woche Ihre Freiheit nutzen? Was werden Sie konkret tun?


Tamara Schüppel


Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung Zur Etappenübersicht Römerbrief


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¹ Politik-Lexikon: Schubert, Klaus/ Klein, Martina: Das Politiklexikon., 7. aktual. u. erw. Aufl. Bonn: Dietz 2020. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.